Ein Besuch mit unbehagen auf der BIO MESSE BERLIN 2012.

Am Wochenende gab es in der Arena, Berlin Treptow, die BIO MESSE BERLIN, eine Messe für „ Fachpublikum aus den Bereichen Groß- und Einzelhandel, Großverbraucher, Hotellerie, Gastronomie, Dienstleistung, Wellness und Gesundheit.“. Eingeladen wurde auf der Internetseite biomesseberlin.de mit so Sätzen wie „Die Hauptstadt ist für die Bio Branche durch die umsatzstarke Gastronomie, die sehr hohe Dichte an Lebensmittelgeschäften mit Bio Sortiment und dem sehr vielseitigen Angebot für Wellness, Gesundheit und Freizeit außergewöhnlich attraktiv. In Berlin werden Trends mit interregionaler und internationaler Ausstrahlung gesetzt.“ Rund 200 Aussteller tummelten sich in der Halle und präsentierten ihre Waren, neusten Produkte und buhlten um Kunden.
Was normal für eine Messe ist. Irgendwie hatte ich aber doch ein Unbehagen. So wichtig mir auch ‚bio‘ ist, wie sehr ich mich auch dafür einsetzte, mit Freunden darüber diskutiere und mit dem Projekt Schnittstelle versuche, eine Plattform für Alternativen zu bieten – so wird das wohl nichts, das ist einfach „grüner Kapitalismus“! Das ist nicht meine Utopie.

Bei den Ständen gab es nette, ansprechende Firmen, bei manchen konnte mensch mit Fachpersonen reden, mit den Macher_innen. Das fand ich angenehm, aber es gab auch die Stände, wo mensch sich fragt ob, sie nicht auch Autoreiniger, Versicherungen oder Blumen verkaufen könnten, sympatisch sind sie ja.

Eine kleine Auswahl der Stände und Produkte, die Fragen aufwerfen: z.b. die Münchner Hofpfisterei die Filialen in Berlin hat und in München bäckt – Regionalität sieht anders aus.
Oder die neuen ‚Erdbär-Produkte‘, die präsentiert wurden:: gefriergetrocknete Erdbeeren und Bananen, und die ‘ Snacks zum Quetschen‘, pürrierte Früchte und Obst, (eine lustige Internetseite von der Familie ‚Erdbär‘), Nachdem Tiere gerne vermenschlicht werden, wird jetzt auch Obst und Gemüse zu Freunden.
Auch Tofu-Ahnliches aus Lupinen wurde als neue Alternative gepriesen. Tut mir leid, das ist nicht neu, das gibt es schon länger, aber die Werbung machts.
Auch LemonAid war war da „LemonAid ist halb Limonade, halb Entwicklungshilfe.“ Muss mensch dazu noch was sagen?

Ja, ich freue mich über jeden m² der Welt wo Bioanbau stattfindet, trinke lieber LemonAid als Cola, fahre Fahrrad und genieße gerne gutes Essen, aber vielleicht bin ich einfach dogmatisch! Regionalität sieht anders aus, bewusster Konsum geht anders, lifestyle ist nicht die Rettung der Welt, und Kapitalismus ist auch mit Bio-Anstrich das Problem und nicht die Lösung!


2 Antworten auf „Ein Besuch mit unbehagen auf der BIO MESSE BERLIN 2012.“


  1. 1 Hermann Krämer 19. Juni 2012 um 10:25 Uhr

    Hallo,
    ich habe mit Interesse deinen Bericht gelesen und möchte Dir nur kurz mitteilen, dass es richtig ist das es unsere Lupinenprodukt sich schon etwas länger gibt, aber jetzt erst neu über den Biogroßhändler Terra in Berli. Was bedeutet das es für viele Bioläden neu ist. Unsere Lupinenprodukt sind leider vielen Menschen und Bioladner noch nicht bekannt. Deshalb wurden unsere Lupinenprodukte als Neuigkeit angeboten zumahl wir in Deutschland der einzige Produzent für solche Produkte sind. Wenn Du noch Fragen zu uns oder unseren Produkten hast dann melde dich doch mal bei uns
    Gruß vom Team Tofu und mehr…

  2. 2 Administrator 19. Juni 2012 um 10:45 Uhr

    Hallo Hermann, freut uns das der Blog gelesen wird. Schade das du nicht auf die grundsätzliche Kritik eingehst.
    Wir haben mal den Link raus genommen, da das nicht so auf unseren Blog passt, wenn wer mehr zu Lupinen-‘tofu‘ wissen will, soll er einfach „www.tofuundmehr.de/“ selbst eingeben.

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