Veranstaltung: Bergbau und Agroindustrie – Lokaler Widerstand in Dörfern und comunidades/ Gemeinden

widerstand gegen bergbau
Bild von © Raimond Spekking / CC BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)
Politik der Ressourcen in Argentinien, Paraguay und Brandenburg
Mit: Claudia Korol, Marielle Palau, Daniel Häfner und Christof Potthof
am Donnerstag, 12. Dezember 2013, 19 Uhr bis 22 Uhr, auf dem Hof Apfeltraum in Müncheberg *
Natürliche Ressourcen werden in – heute nicht selten globalen – Wirtschaftskreisläufen oft unter Bedingungen erschlossen und produziert, die sich nicht an den Interessen lokaler Bevölkerungen der Abbau- oder Anbauorte orientieren. Ganz im Gegenteil sind Verdrängung, Vertreibung und Vergiftung an der Tagesordnung. „David gegen Goliath“ ist verbreitetes Sinnbild dieser Konflikte.
In der Veranstaltung soll dies an südamerikanischen wie auch an brandenburgischen Beispielen aus Landwirtschaft und Bergbau verdeutlicht werden.
- Kleinbäuerinnen und -bauern organisieren sich gegen die stetige Expansion riesiger Sojafelder in Paraguay – vorrangig bepflanzt mit transgenem Saatgut der Firma Monsanto;
- lokale Bewohnerinnen und Bewohner kämpfen gegen den Ausbau des Bergbaus in Argentinien, gegen die so genannte „Megaminería“ (etwa: „Mega-Bergbau“),
- an verschiedenen Orten in Brandenburg engagieren sich Bäuerinnen/Bauern und Anwohner/innen gegen industrielle Landwirtschaft und schließen sich in „gentechnikfreien Regionen“ zusammen; andere wehren sich gegen die Ausweitung des Braunkohle-Tagebaus durch den Vattenfall-Konzern.

Warum werden Menschen aktiv? Ist Lebenshaltung oder wissenschaftliche und/oder politische Analyse für das Engagement entscheidend? Sind die Motivationen hier und in Lateinamerika vergleichbar? Welche Strategien lokalen Widerstands waren in den letzten Jahren hier und dort erfolgreich? Welche nicht? Welche BündnispartnerInnen konnten gefunden werden?

Wir wollen die Veranstaltung nutzen, um uns über die Kontinente hinweg auszutauschen, von den jeweiligen Strategien zu lernen oder einfach auch zu erfahren, was gerade gegen ressourcenpolitische Großprojekte, Landgrabbing oder Agroexportproduktion geschieht.

Zur Diskussion eingeladen sind:
Claudia Korol ist Koordinatorin des Projektes Educación Popular – Pañuelos en Rebeldía in Argentinien. Sie ist seit vielen Jahren aktiv in und für soziale Bewegungen gegen Extraktivismus, Bergbau-Großprojekte und Agrarexportproduktion.
Marielle Palau ist Soziologin, Hochschullehrerin und Direktorin des Zentrums BASE Investigaciones Sociales in Paraguay. Diese Organisation unterstützt Basisbewegungen vor Ort und setzt sich für Menschenrechte und gegen deren Kriminalisierung ein.
Christof Potthof arbeitet zum Einsatz der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln für das
Gen-ethische Netzwerk in Berlin und ist Sprecher im Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg.
Daniel Häfner ist Kulturwissenschaftler und Lehrbeauftragter an der BTU Cottbus für „Sozialwissenschaftliche Umweltfragen“. Er engagiert sich seit Jahren gegen den Braunkohletagebau in der Lausitz, u.a. bei Robin Wood und im Bündnis Kein weiteres Dorf (www.kein-weiteres-dorf.de).
… und natürlich alle Gäste!

Eine Kooperationsveranstaltung von Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem gen-ethisches-netzwerk Berlin.

* Müncheberg, OT Eggersdorf, Hauptstr. 43 A Wegbeschreibung Hier

>>> Bei vorheriger Anmeldung ist Abholung am Bahnhof Müncheberg möglich.(steht auf der Rosa-Lux-seite)