Bio-Diversitäts-Kiste, diesmal u.a. mit Steckrüben

Letzte Woche wurde die April Kiste des Bio-Div-Abos ausgeliefert. In diesem Monat gabt es: u.a. 1 kg Steckrüben, 1 x Wurst im Glas aus dem Wendland /bzw 500 g rotes Quinoa über El-Puente bezogen und anderes.
Zu Steckrüben: In Notzeiten waren Steckrüben oft die letzte Nahrungsreserve für einen Großteil der Bevölkerung. Der sogenannte deutsche Steckrübenwinter war 1916/17 während des Ersten Weltkriegs („Früh Kohlrübensuppe, Mittags Koteletts von Kohlrüben, Abends Kohlrüben-Kuchen.“). Da die Kartoffelernte im Herbst 1916 eine Missernte war, wurden Steckrüben als Ersatz herangezogen. (Sie waren vorher hauptsächlich als Schweinefutter angebaut worden.) Viele Lebensmittel waren knapp in Deutschland und so dienten Steckrüben als Basis für verschiedenste Gerichte. 1917 erschienen eigens Steckrüben-Kochbücher mit Rezepten für z.B. Steckrüben-Marmelade, Aufläufe, Suppen, Steckrüben als Sauerkraut-Ersatz und sogar für Steckrüben-Kaffee. Das Rezept lautete: „Steckrüben raspeln und im Ofen trocknen. Die getrockneten Rübenschnitzel dann durch eine Kaffeemühle drehen…
Die Steckrübe war bei der Bevölkerung (trotzdem) unbeliebt. Am Ende des Winters 1917 hatte die Reichskartoffelstelle noch etwa 80 Millionen Zentner Steckrüben übrig. Aus ihnen wurde Dörrgemüse und Rübenmehl gemacht, was dann mit Kartoffelmehl und mit Maggi-Suppenwürfeln gemischt und als „Vollkost“ in den Handel gebracht wurde. Jede Familie musste eine gewisse Menge abnehmen, um andere Lebensmittel kaufen zu können.
Das Image als „Not-/Ersatzgemüse“ aus dieser Zeit erklärt warum ältere Leute eher nicht gut auf die Rübe zu sprechen sind und so die Steckrübe weitgehend in Vergessenheit geraten ist.
Dabei können Steckrüben durchaus sehr lecker zubereitet werden:
beispielsweise roh, geraspelt als Salat. Aber meist werden sie geschält, in dicke Stifte oder Würfel geschnitten und in Fett und Flüssigkeit gedünstet und anschließend je nach Rezept weiterverarbeiten. Chefkoch.de zeigt 301 Steckrüben-Rezepte an – lasst euch inspirieren!
Zu dem ganzen Beipack-zettel HIER, u.a . mit Infos Welsh Black‘-Rindern, Quinoa, Sauerkraut und dem 17.April.