Hallo Freunde/innen der Biodiversität, Genießer_innen, und Hobby-Köche/innen,

hier gibt es ein kleines Jubiläum zu feiern: das Bio-Div-Abo hat sein erstes halbes Jahr geschafft! Und siehe da, die Öffentlichkeit wurde geweckt, das hat sich letzte Woche gezeigt als der „Bund der Steuerzahler“ sich dem Thema ‚bunte Möhren‘ zuwendete. „Auch nach einer Inspektion vor Ort bezeichnete der Steuerzahlerbund die Zucht von roten, violetten, gelben oder weißen Möhren auf Kosten des Staates als Liebhaberei, die nicht zu rechtfertigen sei. „(Zitat aus dem MDR von 2.8. über das Projekt „Entwicklung verschiedenfarbiger Möhrensorten für den Biolandbau“ auf einem Versuchsfeld in Bernburg.)

Naja, bis wir den „Bund der Steuerzahler“ vom Nutzen bunter Möhren überzeugen können, müssen wohl noch einige Biodiv-Kisten ausgeliefert werden. Kommen wir erst mal zur August-Kiste, da sind zwar keine Möhren drinnen, dafür:

>> 1 Kg rot-weiß geringelte Beete
>> Lupinen-cafe, >>leider hat uns der Lieferant zu wenig geliefert des- wegen gibt es teilweise als Ersatz 1 Kg Champagner-Roggenbrot
>> Apfel-Quitte-Honig-Saft, die vegane Variante ist Apfel-Möhrensaft
>> 2x Dinkel-Nudeln
>> 1x Buchweizen Variationen möglich.

Erstmal eine große Entschuldigung, dass wieder Nudeln in der Kiste sind, diesen Monat hatten wir einfach Pech und 2 eingeplante Produkte haben nicht geklappt, bzw. waren nicht ausreichend vorhanden. Wir arbeiten daran, dass Pasta nicht der ‚Notfüller‘ wird.

Die Beete macht den Anfang unserer divers-Gemüse-Offensive, die wir versucht haben zu starten. Die zwei-farbige Beete, eine Samen-feste Sorte (dazu mehr weiter unten), wurde in der Kommune Güstriz im Wendland gepflanzt und geerntet.
Der Lupinen-Café ist vom „Kornkreis Bioland Erzeugergemeinschaft“, einem Zusammenschluss von Bauern in der Ost-Alp und Oberschwaben.
Das Brot hat uns wieder einmal die Backstube gebacken.
Die Säfte sind wie immer von Kleinmostereien: die Sandorn-Mischung von Bubi und Claudia (Mecklenburg) und der Apfel-Möhrensaft von der Kommune Karmitz aus dem Wendland.
Die Nudeln stammen aus der Landwirtschaftskooperative Iris.

Neben den Bunten Möhren, die letzte Woche durch die Nachrichten geisterten, gab es vor 3 Wochen einen ungeahnten Hype um das Saatgutrecht. So titelten die Tagesthemen vom 12.07: „Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Bauern dürfen mit alten Saatgutsorten handeln.“ Welt-online : „Streit um Saatgut — Bauern siegen über die Industrie“ Wie bei allen Mainstreammedien wurde dabei jedoch die Folgen des Urteils für kleinbäuerliche Pflege von Biodiversität auf den Kopf gestellt. Okay, das ist alles ziemlich schwer zu verstehen mit den Sorten, Arten, mit dem Erhalten, und was das im Detail für die Bauern heißt. Deshalb hängen wir euch an unseren Beipackzettel einen guten Artikel von freie-saaten.org an (am 16.7. auf indymedia erschienen), der die Fallstricke des Urteils ganz gut aufzeigt.
Auch beim Thema Saatgut heißt es also wieder: „Wichtige Dinge darf mensch keiner Regierung überlassen!“

Viel Spaß beim Lesen, rot-weiße Beete Knabbern und Sonne Genießen,

eure Schnittstelle