Hallo Freunde, kochbegeisterte und Genießer_innen der Agrarbiodiversität,

ihr haltet die Dezember Version des Bio-Div-Abos in euren Händen, mit einer breiten Auswahl an Leckerreien.

In diesem Monat gibt es:
>>>> 2x ‚Sweet Dumpling‘ Kürbisse, aus der Gärtnerei von Ludwig in Börnicke
>>>> 1 Kg violette Möhren mit dem Namen ‚Purple Haze‘
>>>> 1 Kg mehlig kochende Kartoffeln der Sorte ‚Adretta‘
>>>> 1 Liter Apfel-Quitten-Saft gemostet von der Kommune Karmitz
>>>> 1 Liter Apfel-Saft gemostet von der Kommune Karmitz
>>>> 500 gr. Schwarze Bohnen über El-Puente bezogen
>>>> 500 gr. Dinkel-Pasta von der Genossenschaft Iris in Italien

Die jeweilige Zusammensetzung variiert (Variationen nötig und möglich, u.a. wegen den angegeben Einschränkungen, bzw. individuellen Wünschen)

Die ‚Sweet Dumpling‘ Kürbisse sind ein gutes Beispiel für mögliche Vielfalt in der Küche. Es gibt mehrere Hunderte von Kürbissorten. So vielfältig ist dann auch die Verwendung in der Küche: Kürbis-Gemüse, – Suppe , eingelegt, gebacken, gefüllt, als Kuchen … .
Neben der Züchtung nach kulinarischen Kriterien (unterschiedliche Farben, Formen und Geschmacksrichtungen, Öl-haltigkeit der Samen), sind Kürbissorten auch nach anderen Kriterien weiter gezüchtet/ selektiert worden. Es gibt die „Deko-Kürbisse“, die nur schön aussehen oder Flaschenkürbisse/Kalebassen, die langsam luftgetrocknet als Gefäss im Haushalt oder als Instrumente Verwendung finden können.

Der ‚Sweet-Dumpling‘ Kürbis eignet sich hervorragend zum Füllen und im Ofen Backen (Rezept auf der Rückseite) und dann ganz dekorativ aussehend in der Schale servieren und mit einem Löffel aushöhlen.

Auch dekorativ und zugleich nährstoffreich, sind die violetten Möhren ‚Purple Haze‘. Diese Sorte eigenet sich super für Rohkost, beim kochen geben sie ihre Farbe an die weiteren Zutaten ab.
Die Farbpallette bei Karotten kann von weiß, über gelb bis hin zu dunkelrot/violett gehen. Und in gut sortierten Bioläden gibt es mittlerweile nicht immer nur gelbe Möhren, sondern, wegen wachsendem Interesse an Sortenvielfalt, auch mal Andersfarbige.

Vielfalt in Bezug auf Kocheigenschaften gibt es auch bei der Kartoffel, aufgeteilt in drei Kategorien: festkochend, vorwiegend festkochend und mehlig kochend. Eine festkochende Kartoffelsorte zerfällt auch bei längerem Kochen nicht, weil sie einen niedrigen Stärkegehalt hat. Diese Sorten eignen sich für alle Gerichte, bei denen die Kartoffel ihre Form behalten soll, wie bei Brat-, Salz- oder Pell-Kartoffeln.

Die Kocheigenschaften können sich mit der Zeit der Lagerung ändern. Beispielsweise die bekannte Sorte ‚Linda‘ gilt als festkochend, wird aber bei langer Lagerung zunehmend mehliger.
Bei mehlig kochenden Kartoffelsorten, wie die Sorte ‚Adretta‘, platzen die Schalen beim Kochen auf. Weil ihr Stärkegehalt sehr hoch ist, schmeckt sie als Pellkartoffel mehlig und trocken. Wenn es viel leckere Soße zum Essen gibt, dann paßt das gut. Ideal sind diese Sorten aber für Suppen, Pürees, Kartoffelklöße, für Gnocchi oder um damit Kartoffelbrot zu backen.
Interessanter Weise hatte sich die Kartoffelzüchtung in Ost- und West-Deutschland unterschiedlich entwickelt. Im Westen gab es fast nur festkochende, im Osten fast nur mehligkochende Sorten.

Die verschiedenen Apfel-Säfte in der BioDiv-Kiste scheinen euch zu schmecken, so jedenfalls das Feedback, das uns erreicht. Apfelsaft ist auch der beliebteste Saft in Deutschland, durchschnittlich trank 2012 jede Person 8,5 Liter. Insgesamt waren es 33,2 Liter Saft und Nektar aus Früchten und Gemüse.
Aber was hat das den Biodiversität zu tun?
Viele Apfel-, Birnen und Quitten-Bäume stehen entlang der Landstraßen und Äcker, in Gärten und auf Wiesen, eben auf den sogenannten Streuobstwiesen. Zum Teil erntete jahrelang niemand diese Bäume und das Obst endet unbeachtet als Fallobst.
Aber langsam scheint die Wertschätzung dafür wieder zu wachsen. Die Kleinmostereien, von denen der Saft in der BioDiv-Kiste stammt, sammeln ihr Obst auf Streuobstwiesen in der näheren Umgebung.

Streuobstwiesen sind nicht nur wichtig für den Erhalt von (Apfel-) Sortenvielfalt. Sie sind auch ein wichtiger Rückzugsraum für viele Vögel, Insekten und kleine Tiere. Klassischer Weise wurden in Streuobstwiesen ‚Hochstämme‘ gepflanzt. Sie gelten heute als historische Sorten, da sie aus der Plantagenwirtschaft fast verschwunden sind. Durch ihre Höhe können sie nicht so schnell und einfach abgeerntet werden, wie ‚Niedrigstamm‘-Bäume.

Ananas und Orangensäfte können ‚hier‘ nur günstig gekauft werden, da sie in Plantagen angebaut werden und die Arbeiter_innen extrem wenig Lohn erhalten. Klar gibt es ‚fairtrade‘ Orangensaft zu kaufen, aber wie mensch mit der BioDiv-Kiste schmeckt, hat auch Regionalität eine ganz schöne Bandbreite an Geschmacksrichtungen zu bieten.

Zusätzlich zu den Infos über die Lebensmittel in der BioDiv-Kiste, haben wir heute auch Aktuelles über starke Anti-Gentech-/Anti-Monsanto- Proteste in Argentinien für euch
:
Monsanto, der weltgrößte Saatgut- und Gentech-Konzern plant in Malvinas, einem Vorort von Cordoba, im Norden Argentiniens, eine Saatgutfabrik für transgenen Mais. Dagegen wehrt sich seit Monaten ein Bündnis Asamblea Malvinas Lucha por la Vida (Versammlung Malvinas Kampf für das Leben) von AnwohnerInnen, Menschenrechtsaktivisten, Umweltschützer und mit den “Müttern von Ituzaingó”. Sie blockierten die Zufahrten zur Baustelle für die Saatgutfabrik so entschlossen, dass Monsanto den Bau Ende Oktober aussetzten mußte.
Die “Madres de Ituzaingó”, sind Mütter, deren Kinder durch Glyphosatsprühungen missgebildet, erkrankt oder gestorben sind. Sie hatten gegen das Sprühen von Round Up (Glyphosat) geklagt und bekamen 2012, erstmalig in einem solchen Fall, Recht. Ein Gentechnik-Landwirt und ein Flugzeugpilot wurden der Vergiftung von Anwohnern mit Pestiziden für schuldig befunden.
Umweltgruppen beziffern die jährlich versprühte Glyphosat Gesamtmenge auf 340 bis 370 Millionen Liter. Round Up ist ein Totalherbizid von Monsanto, das auf die riesigen Felder mit transgenem Soya gesprüht wird.

Am 28. November überfiel eine Gruppe von ca. 60 Personen das Blockade-Camp, sie brannten Zelte nieder und schlugen auf die Blockierer ein, so dass es mehrere Verletzte gab. Die Betroffenen berichten, dass die Angreifergruppe aus sehr jungen Männern bestand. Wer ihre Auftraggeber waren, ist unklar, Monsanto weißt jede Schuld von sich.
Auch Sofia Gatica, eine bekannte Persönlichkeit der “Madres de Ituzaingó”, wurde geschlagen und mit Mord bedroht.

Monsanto hatte sich jahrelang mit Investitionen in Argentinien zurückgehalten, da das Land seinen Forderungen nach Lizenzgebühren auf Saatgut nicht nachkommen wollte.
Der Entschluss für erneute Investitionen (in Form dieser Saatgutfabrik), kam nach direkten Gesprächen mit Präsidentin Cristina Fernández. Im Gegenzug versprach die Präsidentin strengere Saatgutgesetze einzuführen. Aber auch dagegen wehrt sich ein breitest Bündnis von Organisationen in Argentinien. Diese Proteste konnten zumindest erreichen, dass die Entscheidung über neue Saatgutgesetze auf nach die nächsten Wahlen verschoben wurde.

Und das Fazit aus dieser Info?
Auseinandersetzungen um „welches Landwirtschaftsmodell wollen wir“ finden weltweit statt und trotz „David gegen Goliath“ -Voraussetzungen, kann entschlossener Widerstand erfolgreich sein.

Wir hoffen es mundet euch und habt einen schönen Jahres-ausklang,

Eure Schnittstelle

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Zubereitung der Sweet Dumpling-Kürbisse

Gefüllte Sweet Dumpling Kürbisse für 3 Personen
2x Kürbis zum Füllen, (z.b.) 400 g Kartofeeln. 200 g Frischkäse, 200 g Maronen vorgekocht, Salz, Pfeffer und Muskat

Zubereitung: Ofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze, Heißluft: 175°C) vorheizen. Von den Kürbissen oben einen Deckel abschneiden. Die Kürbisse ohne Deckel in den Ofen legen für ca. 25 – 30 Min.

In der Zwischenzeit die Füllung vorbereiten. Wasser in einen kleinen Topf geben und zum Kochen bringen. Kartoffeln schälen und in 1 cm große Würfel schneiden.
Die Kartoffelstücke mit etwas Salz in das Wasser geben und ca. 15 Minuten dämpfen lassen. Dann wird der Frischkäse und die Maronen unter die Kartoffeln und das verbliebene Wasser gemischt und mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt.

Nehmt die Kürbisse aus dem Ofen und höhlt sie aus (Kerne und Fasern raus).Die Füllung in die Kürbisse füllen und Deckel draufsetzen. So dann noch mal für weitere 30 Min. in den Ofen stellen.