Hallo Freund*innen der Diversität, Liebhaber*innen von ungewöhnlichen Gemüsesorten und Interessierte an Agrar-Ökologie,

Ihr haltet die Dezember-2016-Variante des Bio-Div-Abos in Euren Händen, diesmal mit:

>>> Yacon vom Hofkollektiv Bienenwerder
>>> rot-weißen Beten vom SoLaWi-Hof Güstriz
>>> Apfel-Rote-Bete-Saft der Mosterei Ketzür
>>> Apfel-Wurzel-Saft der Mosterei Karmitz
>>> einer Broschüre zum Thema Agrar-Ökologie

Variationen möglich mit
>>> Brot aus Urmut-Getreide vom Kollektiv Backstube gebacken
>>> reinem Birnen-Saft der Mosterei Ketzür
>>> Maniok-Chips von El Puente
>>> Hartweizen-Pasta von der Kooperative Iris

Die jeweilige Zusammensetzung variiert, der Warenwert ist immer ca. 18 € (Variationen nötig und möglich, u.a. wegen den angegeben Einschränkungen, bzw. individuellen Wünschen)

Das Abo besteht wie immer aus gentechnikfreien Lebensmitteln, die u.a. aus samenfestem Saatgut gezogen wurden, bzw. aus Misch-Saft aus regionalen Äpfeln und aus fair gehandelten Zutaten, die groß-teils in solidar-ökonomischen Strukturen verarbeitet wurden.

>>> Die Abo-Kampagne, bzw. der Abo-Stand
Zum ersten Mal sind es über fünfzig (genau gesagt 53) Kisten/Tüten, die geliefert oder abgeholt werden. Dazu kommt ein Abo, das diesen Monat pausiert. Aus unterschiedlichen Gründen wurden drei Abos gekündigt, gleichzeitig werden diesen Monat drei neue Abos begrüßt.

Die Abo-Kampagne hat ja zwei Gründe. Zum einen geht es darum, das Projekt Schnittstelle finanziell weiter zu stabilisieren. In der Schnittstelle steckt viel Arbeit, auch in den Abos. Es ist ja nicht einfach damit getan ist, dass ein Schwung Leute eine Kiste mit Essen bekommt. Sondern ich muss jeden Monat schauen, welche Produkte es gerade saisonal und regional gibt, und wie die mit haltbaren Sachen zusammen passen. Dazu muss ich Informationen recherchieren und den Beipackzettel schreiben.
Außerdem muss das Abo regelmäßig beworben werden um neue Abonnent_innen zu gewinnen, da immer mal wer wegzieht, das Abo nicht mehr zu den Kochgewohnheiten passt, … . Und es ist nicht viel mehr Arbeit 60 statt 40 Kisten zu packen. Auch den Zettel schreiben muss ich ja auf jeden Fall.

Zum anderen wäre es sinnig, nicht nur den aktuellen Stand zu stabilisieren, sondern noch ein wenig zu wachsen (vielleicht ist es auch gut eher langsam zu wachsen). Machen wir einen Schritt zurück. Nach gut 5 Jahren Bio-Div-Abo gibt es eine gewisse Routine mit den Gärtner*innen, von denen das Gemüse kommt. 60 Abos sind eine Zahl, mit der auch in einer kleinteiligen Wirtschaft ganz gut was rum kommt, es nicht zu klein aber auch noch händelbar ist. Bei dem Brot-Back-Projekt war es schon sinnig noch ein paar Läden mit ins Boot zu holen, damit es sich auch für die Backstube lohnt und nicht nur Liebhaberei und Mehrarbeit ist. Auch da wäre ein wenig Wachstum gut, damit zum Beispiel das Getreide extra dafür angebaut wird. (Derzeit wird eher geschaut, welcher Hof noch was hat und was es auf dem Markt gibt.) Auch bei den anderen Produkten wie Linsen, Erbsen, … könnte Schnittstelle mit Bäuer*innen oder Hofprojekten Vertragsanbau machen, wenn es eine größere Zahl an Abos gäbe. Oder mal eine Spezial-Sorte Pasta produzieren lassen, … und so weitere Projekt mit einbeziehen. So möchte ich mit Euch gerne den Erhalt von Agrar-Diversität planbar machen, weiter sichern und fördern und solidar-ökonomische Strukturen mit den Produzierenden erweitern. Ihr werdet weiter informiert, was wie wo geplant ist.

Dann gibt es diesen Monat eine kleine Premiere: Der innenstadtnahe Teil der Abonnent_innen (die Lieferung am Donnerstag) wird mit einem elektro-unterstützten Lastenrad beliefert. Das ist ein Testlauf, da ich evt. für Schnittstelle so ein Lastenrad besorgen will um damit einen Teil des Auslieferns zu machen. Für den Testlauf habe ich vom VCD eins geliehen. Als Dankeschön für die Kooperation bekommt ihr noch Infos zum VCD – die liegen im Abo.

Soweit, nun zum weiteren Inhalt:
>>> eine Broschüre zum Thema Agrarökologie
Besser anders – anders besser. Mit Agrarökologie die Ernährungswende gestalten.
Diesen Monat gibt es Infos satt mit dieser Broschüre. Sie ist im Oktober als eine gemeinsame Publikation von INKOTA-netzwerk, Brot für die Welt, FIAN, Forum Umwelt und Entwicklung, Heinrich-Böll-Stiftung, MISEREOR, Oxfam und der Rosa-Luxemburg-Stiftung erschienen. Sie leistet eine gute Einführung in das Thema Agrarökologie, einem Konzept aus dem lateinamerikanischen Kontext, das sich im globalen Süden seit den 90ern grassroot-mäßig verbreitet, hier in Mitteleuropa aber wenig Beachtung gefunden hat. Er weist, mit einem weiter gefassten Blick als der des hierzulande betriebenen Öko-/Biolandbaus, einen Herrschaft- und Markt-kritischen Ansatz auf.
Allerdings wundert es mich, dass von den 16 Autor*innen vermutlich nur drei einen nicht-europäischen Hintergrund haben, obwohl die Idee aus Lateinamerika kommt.

>>> Yacon vom Hofkollektiv Bienenwerder
Einige erinnern sich wahrscheinlich noch an die Knolle Yacon, die es letzten Winter schon im Abo gab. Da sie sehr gut ankam , lecker und eine Rarität ist und von einem befreundeten Hof angebaut wird, passt sie super in das Abo.
Hierzulande findet mensch dieses Gewächs eher in Botanischen Gärten als Zierpflanze, zur Nutzung wird sie bisher kaum angebaut. In den südamerikanischen Anden aber ist sie eine seit Jahrhunderten kultivierte Nutzpflanze. Dort werden neben den Wurzeln auch andere Teile wie die Blätter verwendet.
Yacon schmeckt roh, z.B. im Obstsalat, den sie mit einer erfrischend saftigen und knackigen Note aufpeppt. Man kann die Wurzel auch anbraten, wobei sie einen angenehmen Biss behält. Auch als Cremesuppe mit Zwiebel, Salz und Pfeffer, mit Soja-Sahne abgeschmeckt, kommt der leicht an Birne erinnernde Geschmack gut zur Geltung.
Als Hinweis: wenn sie roh verzehrt wird, sollte sie geschält werden, dann wird sie aber schnell bräunlich, was mensch mit einem kleinem Spritzer Zitronenwasser verhindern kann.

>>> rot-weiße Bete vom SoLaWi-Hof Güstriz
Die geringelte Bete ist nicht nur immer wieder schön anzusehen, sondern auch noch ein leckeres Lagergemüse, das auch gar nicht so betig schmeckt(!). Die Bete wird bei der Kommune Güstriz immer ‚nur‘ grob gewaschen, denn so hält sie länger, als wenn sie heftig gewaschen wird.

>>> Apfel-Rote-Bete-Saft der Mosterei Ketzür
Diesen Monat hat die Kiste passend zur Jahreszeit einen Wurzelschwerpunkt. Bei den Säften gibt es zum einen den Rote Bete-Apfel-Saft der kleinen Mosterei Ketzür, westlich von Berlin, die viele regionale Mischsäfte hat.

>>> Apfel-Wurzel-Saft der Mosterei Karmitz
Zum anderen gibt es den Apfel-Wurzel-Saft. Dieser Saft besteht nicht aus den Wurzeln der Apfelbäume, sondern er ist eine leckere Mischung aus Apfel-, Möhren-, Rote Bete-, Pastinaken-, Sellerie- und Petersilienwurzel-Saft.

Variationen
Die Variationen ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Wünsche und Individualisierungen. Zum Beispiel: Wenn in einem Abo immer Brot sein soll, dann sind zum Beispiel weniger Möhren drin, oder statt Säften dann Linsen und/oder Brot.
möglich mit
>>> Brot aus Urmut-Getreide vom Kollektiv Backstube gebacken
Wer neu dabei ist oder sich dafür interessiert, kann im Beipackzettel vom Mai 2016, auch online unter http://schnittstelle.blogsport.de/bio-div-abo/ zu finden, was zu diesem Getreide lesen.

>>> reiner Birnen-Saft der Mosterei Ketzür
Als Gegensatz zu den anderen Säften gibt es auch einen Saft ohne Wurzelanteil: Einen 100%-Birnensaft, lecker zum pur Trinken oder mit Wasser Strecken (da sehr intensiv).

>>> Maniok-Chips von El Puente
Und dann kommt ja demnächst Silvester, eine der traditionellen Feiern mit Chips als Knabberkram. Und dass Chips nicht immer aus Kartoffeln sein müssen, könnt Ihr mit den Chips aus Maniok erknuspern. Auch bei Chips fände ich eine geschmackliche Diversität sehr sinnvoll, zusätzlich zur Artenvielfalt. Maniok ist, wie Yacon, eine Wurzel, die wie Kartoffel verwendet wird. Häufig werden aus ihr Chips gemacht.

>>> Hartweizen-Pasta von der Kooperative Iris
Manchmal muss das Abo dann noch um einen Euro und ein paar Cent aufgefüllt werden. ;-) Da kommt dann immer wieder mal eine Packung Pasta ins Spiel: lagerfähig, lecker und schnell zubereitet.

Na dann, juten Hunger,

HERBiE
für Schnittstelle