Hallo Experimentierfreudige in der Küche und Freund_innen der Agrarbiodiversität,

jep, ist der Winter nun schon zu Ende, oder kommt da noch was? Richtig Frühling ist es auch nicht, aber ist auch nicht schlimm für das Abo, dass es keinen Bodenfrost gibt. Regional gibt es jetzt eher Lagergemüse, aber auch da kann mensch ja hin und wieder was entdecken………

Diesmal in der Kiste ………………
>>> 500 gr. Zuckerwurz aus Bienenwerder
>>> 300 gr. Topinambur aus regionalem Anbau
>>> 1 l Apfel-Sellerie-Saft von der Karmitzer Kommune
>>> 1 l Apfel-Wurzel oder Rote Bete -Saft auch aus Karmitz
>>> 250 gr. Espresso, handgeröstet von Röstrausch
>>> 1x Kornblumensirup aus der Mosterei Ketzür

Dafür, dass eigentlich nun die Zeit kommt, wo im Abo nicht so viel Gemüse drin ist, bzw. es schwieriger wird, Abwechslung in die Kiste zu bekommen, ist es total super, dass es in Bienenwerder Gärtner*innen gibt, die auch eine Leidenschaft für ‚ungewöhnliches‘ Gemüse haben. Im Herbst gab es schon mal die Anfrage: „Soll nicht mal in die Kiste Zuckerwurzel rein?“ Einzige Voraussetzung : Es muss bodenfrostfrei sein!
Zuckerwurzel - schon mal gehört? Der Bioladen des Vertrauens kannte es gar nicht, chefkoch.de weiß nichts mit dem Begriff anzufangen – bzw. gibt es dann vier Forumsbeiträge dazu, aber kein einziges Rezept! – im Internet findet mensch einige spärliche Querverweise.
Ok, warum geht so ein Gemüse eigentlich verloren? Vielleicht war/ist es einfach zu arbeitsaufwendig, schlecht industriell verarbeitbar, oder das Angebot an Gemüse im Winter ist einfach durch den globalisierten Markt so breit geworden, dass mensch sich nicht mehr nur von Wurzel- und Lagergemüse ernähren muss. Trotzdem ist es vielleicht für eine vielfältige Landwirtschaft und Ernährung eine Option!
Die leicht mehlig, süß schmeckenden Wurzeln werden nur kräftig gebürstet und können roh verzehrt werden – sehr zu empfehlen. Mensch kann die Wurzeln aber auch gekocht oder in der Pfanne angebraten genießen, wie Möhren oder Schwarzwurzel. Manchmal besitzt die Zuckerwurzeln einen holzigen Mittelstrang, den man nicht mitessen kann. Am besten sollte man ihn schon bei der Zubereitung entfernen oder nach dem Kochen herauslösen.

Zum Topinambur. Ähnlich wie Zuckerwurzel kann mensch Topinambur im Winter ernten! Die Haupterntezeit der Topinambur-Knollen ist zwar der Herbst. Die Knollen können aber grundsätzlich das ganze Jahr hindurch geerntet und verzehrt werden. Ein gefrorener Boden im Winter ist ‚nur‘ hinderlich. Ansonsten gilt: Topinambur wird immer frisch geerntet!
Zur Zubereitung: die Haut der Knolle ist im Gegensatz zur Kartoffeln fein und dünn und muss nicht geschält werden. Topinambur kann sowohl roh in Salaten als auch in Salzwasser gekocht verzehrt werden (danach am besten in einer Sause aus Öl, gedünster Zwiebel und Knoblauch, Salz und Pfeffer schwenken – mhhhhhhhhh!).

Den Apfel-Mischsaft kann mensch an kalten Tagen auch mit einem Schluck heißen Wasser zu einem Leckeren Warmgetränk zubereiten, ebenso den Blütensirup.

Espresso in der Biodiversitätskiste ?Auf welcher Weise Kaffeeanbau und Biodiversität zusammen hängen, beleuchtet in diesem Monat Georg von Röstrausch, einer kleinen Röstmanufaktur in einem ‚Gastbeitrag‘. Cafe wird ja hauptsächlich in größeren Plantagen angebaut, sprich: Monokulturen mit einen hohen Pestizideinsatz. Doch warum Kaffee auch anders, nämlich in Mischkulturen, gepflanzt werden sollte, erklärt euch Georg. Viel Spaß beim Lesen!

HERBIE
für das Projekt Schnittstelle

PS: Und der Video-Tipp darf nicht fehlen:
http://schnittstelle.blogsport.de/2014/01/23/verklaerte-gross-industralisierte-agrar-pop-kultur/

Wenn es nicht immer so riesige Farmen wären, wäre es ja lustig. So ist der Spaßfaktor schon davon abhängig, ob mensch es als Karikatur sehen kann/will – die es leider nicht ist!