Die Juli-2016-Variante des Bio-Div-Abos war diesmal mit:

>>> Spargelsalat vom Hofkollektiv Bienenwerder
>>> Mairübchen von Ludwig aus Börnicke
>>> Fenchel von Ludwig aus Börnicke
>>> Apfel-Rhabarber-Saft der Mosterei Ketzür
>>> Belugalinsen vom Biohof Lex

Variationen möglich mit
>>> Brot aus Urmut-Getreide vom Kollektiv Backstube gebacken
>>> Sortenreiner Apfelsaft der Mosterei Ketzür
>>> Gurken von Ludwig aus Börnicke

Die jeweilige Zusammensetzung variiert, der Warenwert ist immer ca. 18 € (Variationen nötig und möglich, u.a. wegen den angegeben Einschränkungen, bzw. individuellen Wünschen)
Das Abo besteht wie immer aus gentechnikfreien Lebensmitteln, die u.a. aus samenfestem Saatgut gezogen wurden, bzw. aus Misch-Saft aus regionalen Äpfeln und aus fair gehandelten Zutaten, die groß-teils in solidar-ökonomischen Strukturen verarbeitet wurden.

Letzte Woche gab es auf dem sehr lesenswerten Nachrichten-Blog agrarinfo.ch die Frage „Was ist Regionalität?“ und dazu auch gleich eine Antwort. „Am Beispiel Deutschland: In der Regel ist es im Moment so, dass das Samenkorn für den Salatkopf aus Australien oder China stammt, die Jungpflanze aus den Niederlanden, das Substrat, in dem der Setzling wächst, russischer Herkunft ist, die Arbeitskraft, die die junge Pflanze in den heimischen Erdboden pflanzt und später wieder erntet, für einen kurzen schlecht bezahlten Arbeitsaufenthalt aus Rumänien oder Polen in Deutschland weilt und die Traktortechnik amerikanischer Herkunft ist. Die Energie stammt aus arabischen Ölquellen, der Stickstoffdünger wird vornehmlich in russischen und osteuropäischen Fabriken produziert … der Salatkopf wächst in vielleicht 6 Wochen in der Region heran.“ Zitat aus Christian Hiß‘ Buch ‚Richtig rechnen!‘.

Da wird ganz gut runter gebrochen, auch wenn es total zugespitzt ist, was manchmal hinter dem Begriff ‚aus der Region‘ stehen kann. In der konventionellen Landwirtschaft vermutlich sogar ganz schön oft, wenn auch nicht mit allen Facetten, die da aufgezeigt werden. Regionalität heißt bei Schnittstelle dann ja auch NICHT im Umkehrschluss, deutsche Traktoren sollen mit deutschem Saatgut, … regionales Gemüse produzieren. Vielleicht muss ich hier auch mal Position gegen die neue rechte Siedler-Bewegung beziehen, deren Anhänger_innen sich immer wieder in ökologisch interessierten Kreisen tummeln und versuchen, dort ihre menschenverachtenden Sichtweisen nach dem Motto Regionalität = deutscher Acker als ‚normal‘ zu verkaufen. Was ich aber Christan Hiß aber auch nichtunterstellen will.

Aber zurück zum Auszug aus dem Buch. Dieser zeigt ganz gut auf, wie eine globalisierte Landwirtschaft aussehen kann und wie die globalisierte Arbeitsteilung auch so vermeintlich ursprüngliche Produkte wie ‚regionales Gemüse‘ trifft. Dass es bei ‚verarbeiteten‘ Lebensmitteln um jeden Cent geht und dann die Tiefkühllasagne mit Pasta aus Italien, Tomaten aus Marokko, Gemüse aus Chile und Knoblauch aus China gemacht wird, weiß mensch vielleicht. Aber ich fand diese Auflistung für regionales Gemüse nochmal ganz interessant. Auch, da sie auch nochmal die Aussagen der Gärtner*innen, mit denen ich zusammen arbeite, in ein anderes Licht rückt. Sie betonen zum Beispiel, dass sie selber die Pflanzen vorziehen. Und das ist ein weiteres tolles Merkmal dieser Gärtner*innen.

Soweit, nun zum Inhalt:

>>> Spargelsalat vom Hofkollektiv Bienenwerder

Dieses Gemüse wird auch Salatstrünken, oder Kochsalat genannt. Ich musste schon ein wenig suchen um dazu was an Infos zu finden. Wenn mensch nämlich einfach Spargelsalat im Internet sucht – findet mensch nämlich meistens Salatrezepte, die aus oder mit ‚normalem‘ Spargel sind.

Wenn mensch doch was passendes findet, dann sind die meisten Beschreibungen so, dass es um die Blätter geht, bzw. um die ähnliche Sorte ‚Kasseler Strünkchen‘. Die Sorte „Chinesische Keule“. aber, die in Bienenwerder angebaut wird, wird nur wegen der Strünke angebaut. Auf Nachfrage hieß es dann, dass die Blätter zu bitteren Geschmack haben. Die Bäuerin meinte: „Ist wie Spargel. Das faserige Grün muss GUT abgeschält werden.“ Dann können die Strünke ähnlich wie die Kasseler Strünkchen kleingeschnitten roh oder gekocht als Gemüse zubereitet werden.

>>> Mairübchen von Ludwig aus Börnicke

Die Mairübchen in diesem Monat sind von einer gelben Sorte. Je nach Wetterlage werden sie mit oder ohne Blätter geliefert. Das wollten wir spontan entscheiden, da die Blätter, wenn es sehr warm ist, schnell nicht mehr gut aussehen und der Rübe auch etwas Feuchtigkeit entziehen. Mehr schreibe ich diesen Monat nicht, weil ja im letzten Beipackzettel schon einiges zu Mairübchen stand. Wer möchte, kann im letzten Beipackzettel, auch online unter http://schnittstelle.blogsport.de/bio-div-abo/ was zu Mairübchen lesen.

>>> Fenchel von Ludwig aus Börnicke

Fenchel ist nun nicht total ungewöhnlich, aber auch nun nicht das Allerüblichste. Lecker ist er entweder roh und knackig als Salat oder als Gemüse gekocht.

>>> Apfel-Rhabarber-Saft der Mosterei Ketzür

Die Mosterei Ketzür setzt bei ihren Mischsäften auf verschiedenste Variationen. Der Rhabarber in diesem Mischsaft ist dieses Frühjahr frisch geerntet und sein Saft mit Apfelsaft der letzten Saison gemischt worden. Eine leckere, leicht säuerliche Note macht ihn erfrischend, gerade in diesen warmen Sommertagen.

>>> Belugalinsen vom Biohof Lex

Der Verbrauch und Anbau von Linsen, die früher eines der Grundnahrungsmittel in Deutschland waren, ist stark zurückgegangen. Das ist sehr schade, denn Linsen sind gesund und abwechslungsreich zuzubereiten und es gibt eine Vielzahl an interessanten Sorten. Der Rückgang des Anbaus ist unter anderem damit zu erklären, dass in Deutschland die Erträge aufgrund der unstetigen Wetterlage stark schwanken. Das ist in einer kleinteiligen Landwirtschaft mit diversen Anbaukulturen kein großes Problem. Wenn aber Betriebe sich wegen Preiskampf spezialisieren müssen, sind die Schwankungen in den Erträgen hinderlich und machen den Anbau zu einem riskanten Geschäft. Der kommerzielle Anbau findet heute vor allem in Regionen dieser Welt statt, die gleichmäßigere klimatischen Bedingungen haben.
Am Geschmack kann der Rückgang des Linsenkonsums eigentlich nicht liegen, denn aus Linsen können viele sehr leckere kalte und warme Speisen zubereitet werden. Gerade für Leute, die kein Fleisch essen oder ganz auf tierische Produkte verzichten, sind Linsen ein tolles Nahrungsmittel, da es sehr eiweiß- und eisen-haltig ist.
Allgemein gilt als guter Tipp: “Würzen gegen Pupsen” mit Kümmel, Kreuzkümmel, Fenchel und/oder Anis.
Ansonsten bleibt nur noch ein wichtiger Hinweis für die Zubereitung: Salz erst am Ende der Kochzeit dazugeben; und ohne vorheriges Einweichen 20-30 min. kochen lassen.

Variationen möglich mit

Die Variationen ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Wünsche und Individualisierungen. Zum Beispiel, wenn in einem Abo immer Brot sein soll, dann ist diesmal keine Gurke und nur 400 gr Linsen drin.

>>> Brot aus Urmut-Getreide vom Kollektiv Backstube gebacken
Wer neu dabei ist oder diesen Monat sich dafür interessiert, kann im Beipackzettel vom Mai 2016, auch online unter http://schnittstelle.blogsport.de/bio-div-abo/ zu finden, was zu diesem Getreide lesen.

>>> Apfelsaft oder 100% Birnensaft der Mosterei Ketzür
Diesen Monat ist der sortenreine Saft entweder sortenreiner Boskop-Apfelsaft oder Birnensaft.

>>> Gurken von Ludwig aus Börnicke
Samenfeste Gurken aus dem Berliner Umland, mit Liebe vor Ort gezogen.

Na dann, juten Hunger,

HERBiE
für Schnittstelle