Hallo Freund_innen der Biodiversität,

der Herbst ist in vollem Gange, Hälloween gerade vorbei, die letzten Blätter fallen von den Bäumen, Kürbisse sind eins der Herbstgemüse, auch in der Kiste.

Also was gibt es diesen Monat:
>> ca.1 kg samenfeste Rote Bete (je nach Grösse)von der Gemüsegärtnerei und Kommune Güstriz
>> 400 g Borlotti-Bohnen von der Longo Mai Kooperative Ulenkrug
>> 2x Kürbisse ’sweet dumpling‘ angebaut von Ludwig aus Börnicke
>> Emmer-Bier / wahlweise Saft als Alternative
>> teilweise Lila Reis oder ‚Schwarzen Reis‘ über Gepa bezogen

Die Rote Bete ist noch nicht gewaschen, so hält sie länger.
Die Borlotti-Bohnen sind von Anne handverlesen, eventuelle braune Flecken an den Böhnchen sind naturbedingt,(zuviel Wasser in der Reifephase) und hat keinen Einfluss auf den Geschmack.

Die Zusammensetzung der Kiste kann variieren, entsprechend eurer Kriterien.

Kürbisse und Bohnen sind 2 gute Beispiele für mögliche Vielfalt in der Küche. Sie unterscheiden sich in Farbe, Form, Geschmack und unterschiedlicher Verwendung. Selbst im gut sortierten Läden gibt es in der Regel ein paar verschiedene Kürbissorten (inkl. Zierkürbisse) und auch Bohnen.

Eine bei uns nicht so verbreitete, sehr schöne Bohne, ist die Borlotti-Bohne. In Italien ist sie weit verbreitet und wird in der Küche sehr geschätzt.
Bei Wikipedia werden beim Thema Bohnen über 30 verschiedene Bohnengattungen aufgezählt, so bekannte wie Mungo-, Soja- oder Ackerbohne und so unbekannte wie Straucherbse oder Erd-Bohne.

Unsere Rote Bete ist diesmal nicht geringelt, sondern ’samenfest‘!
Was heißt das? Als samenfest werden die Sorten bezeichnet, von denen mensch im Garten selbst Samen gewinnen und anbauen kann, ohne das die Eigenschaften der Sorte dabei verloren gehen! Das im Super- oder Baumarkt verkaufte Saatgut ist oft nicht samenfest. Meistens werden dort Hybridsorten verkauft, die nur einmal gut wachsen. Das ist ein Trick, die Leute als Kund_innen zu binden und zum „neu-kaufen“ zwingen.
In manchen Ländern, z.B. Mexiko, gibt es, vor allem beim Gemüse, keine samenfesten und regional angepassten Sorten mehr. Eine gewisse Unabhängigkeit von Geld und Saatgutkonzernen ist so verloren gegangen.
Für uns ist biologische Vielfalt = Biodiversität nicht aus ästhetischen Selbstzweckgründen wichtig (jedenfalls nicht in erster Linie), sondern weil eine soziale und ökologische Landwirtschaft nur damit funktionieren kann. Und samenfeste Sorten sind die Basis dafür, dass viele Menschen unabhängig ihr Saatgut selbst gewinnen und auch selbst selektieren und regional angepasstes Saatgut züchten können.

Das Interesse an biologischer Vielfalt und landwirtschaftlichen Zusammenhängen, ist gestiegen, so dass es mittlerweile in gut sortierten Bioläden, manchmal auch z.B. samenfeste Möhren zu kaufen gibt. Oft schmecken diese Sorten ‚anders‘, möhriger.

Vielfalt erhalten durch aufessen gilt in diesem Monat auch für Lila Reis oder Schwarzen Reis. Beide Sorten werden von kleinbäuerlichen Strukturen angebaut und über fairen Handel vertrieben. Gepa und El Puente, die zwei größten Importeuren von Faire-Trade-Produkten, engagieren sich mittlerweile auch für den Anbau und die Erhaltung „historischer“, bzw. in diesem Kontext besser: „regional angepasster“, samenfester Sorten.

Diversität kann auch getrunken werden – das zeigt die Brauerei ‚Riedenburger Brauhaus‘ aus Niederbayern. Sie produzieren verschiedene Biere aus historischen Getreidesorten: Hirse-, Einkorn-, Dinkelradler- und auch ein Emmerbier. Letzteres packen wir euch in die Kiste, damit ihr es probieren könnt.

Eure Schnittstelle

Dazu gab es dann noch Rezepte z.B. für Borlotti-Bohnen: