Hallo Saft-Genießer*innen, Freud*innen der Vielfalt und Grüne-Woche-Gegner*innen

ihr haltet die Januar-Variante des Bio-Div-Abos in euren Händen,
diesmal mit:

>>> Kürbis Acorn, angebaut vom Hofkollektiv Bienenwerder
>>> Kartoffeln, angebaut auf dem Hof Ulenkrug
>>> Apfel-Birne-Quitten Saft aus der Mosterei Ketzür
>>> rot-weißer Reis, über den Fairhandelspartner dwp importiert
>>> Dinkel-Pasta von der Genossenschaft Iris
>>> Hartweizen-Pasta von der Genossenschaft Iris

Variationen möglich mit
>>> Apfel Birnen Saft Mosterei Ketzür/ Brot aus der Backstube

Die jeweilige Zusammensetzung variiert, der Warenwert ist
immer ca. 18 € (Variationen nötig und möglich, u.a. wegen den
angegeben Einschränkungen, bzw. individuellen Wünsche)

Im Abo, wie immer, samenfestes, gentechnikfreies und regionales Gemüse.

>>> Kürbis Acorn
Kürbis ist einfach ein gutes Lagergemüse, und da wir (auch wenn es nicht friert oder Schnee liegt) doch mitten im Winter sind, passt es ganz gut, dass das Hofkollektiv Bienenwerder diverse Kürbisse hat. Der Kürbis Acorn sieht aus wie eine Kakaobohne, hat einen nussigen Geschmack und ist verwendbar wie Zucchini. Und da ’sehr lange haltbar‘, ist er sozusagen die Zucchini im Winter.
Frisch geerntet kann mensch die Schale problemlos mitessen, bei der Lagerung wird die Schale härter. Zwei Optionen wie er zubereitet werden kann, steht im Anhang. –

>>> Kartoffeln
Dank der Kampagne ‚Rettet Linda‘ hat auch eine breitere Öffentlichkeit mitbekommen das Sorten einen Namen haben. Im September Beipackzettel wurde auch nochmal auseinander genommen was eigentlich der Unterschied zwischen fest-kochenden, vorwiegend fest-kochenden und mehlig-kochenden Kartoffeln ist und welche Sorte ist für was geeignet? (für neu Abonomenten und die den Zettel verlegt haben, mensch kann Ihn online lesen unter http://schnittstelle.blogsport.de/bio-div-abo/bio-div-abo-september-2014/

Diesmal gibt es Kartoffeln vom Longo Maï Hof in Mecklenburg, dem Ulenkrug. Einmal die Sorte Krone (vorwiegend mehligkochend) in der Papiertüte:
Diese haben eine Schale, die beim Kochen leicht aufplatzt. Sie sind mäßig feucht und feinkörnig und daher gut geeignet als Beilage für Gerichte mit Soße und Dips, Aufläufe, Suppen, Salzkartoffeln, Pell- oder Bratkartoffeln.

Und die Sorte die auf dem Hof wegen ihrer Schale ‚Rotärsche‘ genannte wird. Dort wird sie gerne, u.a. wegen ihrer Größe, zu Pommes und Kartoffelpuffern verarbeitet.

Beim zusammen tragen der Infos bin ich auch mal wieder darüber gestolpert, dass viele Sorten Frauennamen haben, tendenziell eher die Sorten die im letzten Jahrhundert gezüchtet (oder korrekter muss ja heißen ‚angemeldet‘) worden sind.

>>> Apfel-Birne-Quitten Saft
Die in unserer Gegend wachsenden Quittensorten sind nicht zum so vom Baum essen geeignet, da sie sehr hart sind und relativ viele Gerbstoffe enthalten und deswegen sehr bitter schmecken. Es gibt aber auch Sorten, die wie die Shirin Quitte in der Türkei, roh gegessen werden können.

>>> rot-weißer Reis
Da sich vermutlich die wenigsten der Abonnent*innen nur regional ernähren, finde ich es auch mal sinnvoll mit so was wie diesem Reis daran zu appellieren auch bei anderen Lebensmitteln mal zu schauen was es noch so gibt jenseits der vereinheitlichten Sorten die es im Supermarkt / Handel gibt.
Weil auch dort der Genpool am schwinden ist und mit so fair-handels Projekten meistens auch ein Wissen zum Erhalt der Vielfalt gefördert wird.

Auf der letzten Documenta in Kassel gab es eine beeindruckende Installation von dem indischen Künstler Amar Kanwar. Er präsentierte im Ottoneum jene 266 Sorten Reis die alleine im indischen Bundesstaat Orissa angebaut wurden. Diese Vielfalt gab der Bevölkerung eine gewisse Sicherheit gegenüber Schwankungen die es in der Natur gibt, wie z.b. (Un-)Wetter, nicht so viel Sonne, zu wenig Regen… . Auf den großen Farmen werden der Zeit in Indien ca. 1o Sorten angebaut.
Die Installation in Kassel war noch gepaart mit einer Dokumentation über Landvertreibung und Proteste dagegen in der Region, sehr beeindruckend.

Für den Sortenschwund weltweit ist zu großen Teilen die Industrialisierung der Landwirtschaft verantwortlich und die Politik, die diese vorantreibt – auch weltweit. Deshalb hier die Info und der Aufruf zur diesjährigen „Wir haben es satt“-Demo am 17. Januar zu gehen. Der aktuelle Anlass für diesen Protest-Termin ist wieder die Grüne Woche – die große Agrar-Messe. Gegen das dort hauptsächlich propagierte Agrar-Bussines mit immer mehr Maschinen, Chemie, Biotechnologie und geistigen Eigentumsrechten protestiert diese Demo und fordert eine andere Landwirtschaft: z.B. „Bauernhöfe statt Agrar-Fabriken“.
Das Spektrum der aufrufenden Gruppen ist sehr breit, von klassischen Umweltschutz NGOs, über bäuerliche Gruppen wie das Via Campesina Mitglied Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), bis hin zu Globalisierungsgegner*innen und Tierrechtsgruppen. Somit gibt es die Möglichkeit sich in der Demo dann den für sich passenden Block zum mitlaufen auszusuchen.
Für unentschlossene wird es in der Schnittstellen Rundmail wieder einen Vorschlag geben, für einen Block/eine Aktion/ …….

Na dann, juten Hunger mit dem gebackenen Kürbis oder dem Reis.
Vielleicht sehen wir uns ja am 17.01 ;-) .

HERBiE
für Schnittstelle

PS: Bei Schnittstelle gibt es auch noch eine kleine Auswahl an schwarzen, roten und lila Reis.