Ihr haltet (lest) den Beipackzettel der Juni 2019-Kiste des Bio-Div-Abos in Euren Händen, diesmal war es mit:

>>> Gewürzbund vom Hofkollektiv Bienenwerder
>>> Radieschen von Ludwig aus Börnicke
>>> Salat von Ludwig aus Börnicke
>>> Apfel-Wurzelsaft von der Mosterei Karmitz
>>> Apfelsaft von der Mosterei Karmitz

Variationen möglich mit
>>> Brot aus Roggen und Hirse vom Kollektiv Backstube gebacken
>>> Apfel-Mango-Saft aus der Mosterei Ketzür
>>> Pasta von der Genossenschaft Iris

Die jeweilige Zusammensetzung variiert, der Warenwert ist immer ca. 18 € (Variationen nötig und möglich, u.a. wegen den angegeben Einschränkungen, bzw. individuellen Wünschen)

Das Abo besteht wie immer aus gentechnikfreien Lebensmitteln, die u.a. aus samenfestem Saatgut gezogen wurden, bzw. aus Misch-Saft aus regionalen Äpfeln und aus fair gehandelten Zutaten, die groß-teils in solidar-ökonomischen Strukturen verarbeitet wurden.

Alle reden schon wieder vom Wetter, wahlweise vom Klima, ….. .
Bei der letzten Kiste war ja schon von dem Temperatursturz in Bienenwerder die Rede. Die Auswirkungen sind immer noch zu spüren. Auch wenn sie nicht den ganzen Hof betreffen, so doch viele Kulturen, die für Schnittstelle eingeplant waren.

Diesmal geht es um das Thema Klimakrise und ökologische Landwirtschaft. Mal kein eigener Text, sondern ich habe diesmal zwei Flyer mit in das Abo gelegt. Der eine ist von Ende Gelände, die vom 19-24 Juni ins Rheinische Revier einladen. Ende Gelände ist ein breit angelegtes Bündnis, das mit zivilem Ungehorsam u.a. gegen die Verstromung von Braunkohle kämpft. Es wird dazu aufgerufen, sich massenhaft dem Wahnsinn des Abbaus von Kohle und deren Verbrennung entgegen zu stellen. Alles weitere auf dem Flyer. Wer sich nicht zutraut, dabei aktiv zu werden, kann sich bei Aktionstreffen vorbereiten. Und wer nicht in die Grube oder sich anderweitig mit der Polizei streiten will, kann gerne Support im Camp machen. Das kann von Gemüse schnippeln, Sanitär-Putz-Kolonne machen, bis Shuttle-Service anbieten gehen. Eine ganz andere Art von Unterstützung ist, der Kampagne Geld zu spenden ;-)

Der zweite Flyer von der Kampagne Aktion Agrar eröffnet einen motivierenden Blick auf Landwirtschaft in anderen Ländern. Es geht um das positive Beispiel des Pestizidausstiegs im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh bis 2024.

Ich habe ja seit längerem vor, was über rechte Ökosiedler*innen zu schreiben. Asche auf mein Haut, da komme ich nicht voran. U.a. da das Thema natürlich sehr vielschichtig ist und es verschiedenste Strömungen gibt. Das geht von Gruppen, die sich auf alte Siedlungsträume und Pläne aus den 1930ern beziehen, über Reichsbürger*innen, die Deutschland als AG ansehen, ihre Pässe vernichten und sich teilweise auch zurückziehen, bis zu den verschwörungstheoretischen Anastasia-Anhänger*innen. Dazu kommt, dass sie sich nicht so einfach von einander Trennen lassen, bzw. die verschiedenen Gruppen dann doch wieder vernetzt sind.

Zu den Anastasia-Anhänger*innen gibt es zur Zeit eine knapp 30-minütige Reportage, die „Bio, braun und barfuß“ heißt. Dort wird die Situation an drei Orten in Brandenburg und der jeweilige Umgang in den Gemeinden mit diesen Siedler*innen beleuchtet. Auch die Verbindung zu anderen organisierten Nazis wird aufgezeigt. Zu sehen u.a. beim RBB unter https://www.rbb-online.de/doku/k-l/kontraste---die-reporter/bio--braun-und-barfuss.html

Zum Inhalt der Kiste:

>>> Gewürzbund vom Hofkollektiv Bienenwerder

Diesen Monat gibt es einen Bund mit unterschiedlichen Kräutern bestehend aus Majoran, Schnittlauch und Schnittkoblauch. Schnittknoblauch ist in Asia-Läden auch unter den Namen Chinesischer Schnittlauch, Knolau, Thai Soi oder Buchu zu erhalten. Geschmacklich ist er eher Knoblauch als Schnittlauch, allerdings sehr viel dezenter und kommt dem Bärlauch nahe. Vor allem die essbaren Blüten haben neben der Schärfe noch eine angenehm süßliche Note. Ursprünglich kommt der wilde Schnittknoblauch in China, Japan, Nepal, Indien, der Mongolei und auf den Philippinen vor. In Indien und China wird er seit mehreren Jahrhunderten in Kultur angebaut.
Die Blätter werden frisch verwendet, u.a. in Pfannengerichten und in Suppen.
Auch die knospigen Blütenstände und die Wurzeln werden roh oder gekocht gegessen.
Ein Rezeptvorschlag ist am Ende des Beipackzettels.

>>> Radieschen von Ludwig aus Börnicke

Auch diesen Monat gibt es frisch geerntete Radieschen.
Radieschen kann mensch roh in Scheiben oder Streifen geschnitten oder geraspelt verzehren, in Salaten beigemischt oder als einfache Brotauflage. Salz mildert den etwas scharfen Geschmack und verstärkt das Radieschen-Aroma.
Die Radieschen sind diesmal mit Blätter gekommen. Wie schon letzten Monat die Kohlrabi-Blätter, können auch hier die Blätter mitgegessen werden. Das ist nicht so verbreitet, aber gute Optionen sind, sie entweder roh als/im Salat oder aber gekocht, ähnlich wie Spinat, zu verspeisen. Oder als Radieschenblatt-Pesto. Dafür einfach die Blätter mit dem Rezept auf der letzten Seite dieses Beipackzettels verarbeiten.

>>> Salat von Ludwig aus Börnicke
Wer mehr Infos zu Salaten von Ludwig möchte, kann diese im Beipackzettel des letzten Monats nachlesen. Wenn ihr da kein Abo bekommen oder den Zettel nicht mehr zur Hand habt, könnt ihr ihn auf der Website von Schnittstelle unter Bio-Div-Abo finden.
Pro Abo gibt es je einmal Salat – verschiedene samenfeste Sorten.
Optional ist es
- ein grüner Kopfsalat
- grüner Eichblattsalat
- Verano, ein rötlicher Batavia oder
- ein roter Kopfsalat

>>> Apfel-Wurzelsaft von der Mosterei Karmitz
>>> Apfelsaft von der Mosterei Karmitz

Bei den sommerlichen Temperaturen gibt es für viele im Abo leckere Mischsäfte aus dem Wendland.

Variationen möglich mit:
Die Variationen ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Wünsche und Individualisierungen. Zum Beispiel: Wenn in einem Abo Brot enthalten sein soll, sind weniger Säfte drin. Teilweise gibt es noch andere Kombinationen, die diesmal nicht erwähnt werden.

>>> Roggenbrot mit Hirse vom Kollektiv Backstube gebacken

Von der Backstube wird seit Mai ein anderes Bio-Diversitäts-Brot gebacken. Leider auch nur noch in der 750g-Größe. Im Laden heißt das Brot Seenplatte. Es ist ein Roggenbrot mit 10% regionaler Hirse. Warum ist es biodivers? Die regionale Hirse bringt mehr Diversität auf die Äcker. Wie einige von Euch vielleicht wissen: Die Hirsemühle im Spreewald baut seit 2004 erfolgreich Hirse an. Sie hat den Anbau der Rispenhirse in Brandenburg sozusagen wieder eingeführt, da diese vorher fast nur importiert worden ist. Regional wurde Hirse bis Anfang des 20. Jahrhunderts angebaut. Dazu schreibt die Backstube: „Mit diesem Brot wollen wir Euch diese Hirse als speziellen Kick in einem saftigen Roggenbrot servieren.“

Na dann, einen juten Hunger,
HERBiE
für Schnittstelle

Falls Ihr Interesse an den Lebensmitteln aus dem Abo und aus dem allgemeinen Sortiment von Schnittstelle habt: Der Depot-Verkauf ist immer montags zwischen 15 und 19 Uhr.
Das gesamte Angebot von Schnittstelle (inkl. T-Shirts) gibt’s dann im Verkauf.
Das Depot ist in der Urbanstr. 100 (im Eingang hängt u.a. ein Schild mit der Aufschrift ‚Zum Fliegenden Theater‘. Dann in den zweiten Hinterhof gehen, ganz rechts hinten ist der Eingang mit einem grünes Schild ‚Schnittstelle‘ an der Tür.)
Bestellungen: per Tel: 0176-54392783 oder per Mail: schnittstelle@jpberlin.de ; Lieferung nach Absprache möglich.
Ebenso ist es möglich, Waren aus unserem Sortiment zu der Kiste dazu zu bestellen. Einfach vor dem nächsten Abotermin anrufen oder eine E-Mail schicken.
Infos zu den Themen Landwirtschaft, Biodiversität, Solidarökonomie, Lebensmittel und den Waren findet ihr unter http://solidar-schnittstelle-berlin.de

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Kohlrabi-/Radieschen-Blätter-Pesto

für etwa 6 Personen

Zutaten:
Blätter von einem Bund Radieschen oder 1-2 Kohlrabi, gerne mit Stiel
100-150ml Olivenöl
100g Sonnenblumenkerne
1 Zehe Knoblauch
Salz
Pfeffer
optional: etwas Zitronensaft

Blätter putzen und in dicke Streifen schneiden, Sonnenblumenkerne anrösten, Knoblauchzehen schälen. Alles zusammen mit dem Olivenöl in eine Schüssel geben und pürieren, so dass Stückchen bleiben. Mit Salz, Pfeffer und Olivenöl abschmecken und mit Olivenöl garnieren.
Statt Radieschenblätter eignen sich auch sehr gut Kohlrabiblätter.

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Rezept für frisches Schnittknoblauch-Pesto

(Das ist ein Rezept, was ich auch noch nicht probiert habe, das mir aber aus Bienenwerder empfohlen wurde!)

Den Schnittknoblauch ganz fein schneiden (nicht pürieren! wird sonst hässlich braun und eher matschig), dann mit Salz, Pfeffer und Öl vermischen, danach mit Tomatenmark vermischen (nicht zu viel, soll ja nach Knoblauch und Tomate schmecken und nicht nur nach Tomate).
Ein wenig ziehen lassen und sich dann am Geschmack und der schönen Farbkombination freuen.