Archiv der Kategorie 'Biodiversität'

Aufstand am Tellerrand – Zweites politisches Sommerpicknick von der RosaLux-stiftung

Die Rosa Luxemburg Stiftung lädt ein zum politischen Sommerpicknick Aufstand am Tellerrand. Wir widmen uns der Frage nach den Produktionsbedingungen und Lieferketten unserer Lebensmittel, informieren über Handlungsnotwendigkeiten und diskutieren Lösungsansätze aus dem In- und Ausland.
▸ Wann? 15. Juni 2018 11-22h
▸ Wo? TAK Theater im Aufbau Haus Kreuzberg & Prinzessinnengärten Berlin-Kreuzberg
Eintritt: Frei | Sprachen: Deutsch und Englisch | Experimentelle, regionale Verpflegung & Waste-Catering
tellerand-roxa-luxemburg In gemütlich-sommerlicher Atmosphäre bringen wir Konsument*innen mit internationalen Expert*innen und Aktivist*innen zusammen. Gemeinsam tauschen wir uns über alternative Konzepte wie Ernährungssouveränität und genossenschaftlichen Handel aus und diskutieren die Möglichkeiten der Einflussnahme als Konsument*innen. Dabei werden politische Wege für mehr Gerechtigkeit in globalen Agrarlieferketten (mehr…)

Diesen Monat gab es im Abo neben samenfesten Salat, weißen Radieschen, Saft und Bohnen, auch ein Bund Schnittknoblauch und Schnittlauch-Mix im Abo, (eine Übersicht zu dem Abo, bzw. der dText aus diesem Monat Hier. Und der Ausschnitt zum Schnittknopblauch aus dem Begleitzettel dazu mit Rezept:
‘ >>> Schnittknoblauch vom Hofkollektiv Bienenwerder
Diesen Monat gibt es mal wieder was eher Unbekanntes: Schnittknoblauch, in Asia-Läden auch unter Chinesischer Schnittlauch, Knolau, Thai Soi oder Buchu zu erhalten.
Geschmacklich eher Knoblauch als Schnittlauch, allerdings sehr viel dezenter, kommt er dem Bärlauch nahe. Vor allem die essbaren Blüten haben neben der Schärfe noch eine angenehm süßliche Note. Ursprünglich (mehr…)

Größte Land-Besetzung Europas wird gerade mit Polizeigewalt geräumt

„Seit über 50 Jahren haben LandwirtInnen und Einheimische sich dem Bau eines neuen Flughafens für die französische Stadt Nantes widersetzt (die im Übrigen bereits einen hat). Heute blüht in diesen reichhaltigen Feldern, Wäldern und Feuchtgebieten, welche das multinationale Vinci mit Beton bedecken will, ein Experiment, das tägliche Leben im Kampf neu zu Erfinden. Radikale aus aller Welt, lokale LandwirtInnen und DorfbewohnerInnen, BürgerInnengruppen, HandelsgewerkschaftlerInnen und NaturalistInnen, Flüchtlinge und AusreißerInnen, BesetzterInnen und Klimarechts-AktivstInnen und viele Andere organisieren sich, um die 4000 Morgen Land gegen den Flughafen und seine Welt zu Verteidigen. RegierungssprecherInnen haben das Land als „für die Republik verlorenes Gebiet“ erklärt. Seine BesetzterInnen nannten es: la zad (zone a défendre), zu verteidigende Zone.“ aus der Erklärung Verteidigt die zad – ein Aufruf zur internationalen Solidarität.
zad-in-frankreich Nun ist der Flughafen Geschichte, da die Französische Regierung die Pläne im Januar 2018 endgültig abgeschlosen hat.
Aber seit dem sind die ‚Besetzter*innen‘ erst in einem medialen Beschuss, und nun seit Dienstag dieser Woche auch wirklich in der vorhergesehene Räumungssituation. Aktuelle Infos sindet ihr unter zad.nadir.org .
Auch in Deutschland gibt es reaktionen auf die Räumung, hier die Erklärung von einem ’solikommittee Dreyeckland‘ , (gefunden auf https://de.indymedia.org/node/19821)
„Um 3 Uhr Nachts am 9. April 2018 begann eine Armada von 2.500 Polizeeinheiten Teile der besetzten Gebiete in Notre-Dame-des-Landes in der Bretagne zu räumen. Dieses Gebiet, landläufig als ZAD bezeichnet, entwickelte sich als selbstverwaltete Zone im Rahmen der Proteste gegen das vom Vinci-Konzern geplante und letztenendes im Januar politisch eingestampfte Projekt eines Flughafens. Fast 2000 Hektar Unrechtszone !
Seit das Großprojekt am Protest scheiterte tut die Regierung alles, um die Bewegung zu spalten und schickt das Phantom (mehr…)

Bayer-santo Fusion nun genehmigt …..

So nun ist es erst mal durch, mit Auflagen, aber an sich ist es nun genehmigt, die Fusion von den großen Agrar-konzernen …… – Eine Stellungnahme vom AbL dazu findet ihr entweder auf der Seite der Saatgutkampagne oder als direkt Link hier.
grrrr – das mit dem Kapitalismus ist einfach eine blöde Idee!

Saatgut-Kiste von Keimzelle wieder da (und am Freitag auf dem Lausi)

saatgut-kiste-keimzelle Es gibt wieder Saat­gut von Keimzelle bei Schnittstelle. U.a. diverse spannende Saaten von nicht so gängiger Sorten an Gemüse, Kräuter, Blumen und Saatenmischungen, vieles auch für den Balkon geeignet.
Klar ist die Kiste immer beim Depotverkauf in der Urbanstraße. Eine andere Möglichkeit an das samenfestes Saatgut aus der Region zu kommen, gibt es an diesem Freitag, den 16. März, (und die nächsten Woche wieder – steht dann hier auf dem Blog)) am Lausitzer Platz in Berlin Kreuzberg. Der Markt geht von 12-18:00 Uhr und die Kiste steht mit mir am Stand des Backerreikollektives ‚die Backstube‘.

Ackertalk: Saatgut (mit Saatguttauschbörse)

Jetzt am Donnerstag (den 15. März ab 17:30 Uhr, im Botanischer Volkspark Pankow, Blankenfelder Chaussee 5, 13159 Berlin) gibt es einen Ackertalk, zum Thema Saatgut, anschließend wird Saatgut getauscht und Getreide gedrescht).
2000m2-ackertalk Saatgut ist das A und O der Landwirtschaft und unserer Ernährung. Seit über 10.000 Jahren wird es von Generation zu Generation weitergegeben, verbessert und verfeinert. In den letzten Jahrzehnten gab es sowohl bei der verfügbaren und eingesetzten Vielfalt als auch in Bezug auf die Methoden der Fortentwicklung dramatische Veränderungen: Immer weniger Sorten, immer schnellerer Wechsel, Anpassung des Saatgutes an chemische und mechanische Anbaumethoden, Hybridsorten, die von Bäuerinnen und Gärtnern nicht mehr fortentwickelt werden können bis hin zu patentierten Pflanzen-Sorten und Genen. Sie geht einher mit einem verheerenden Verlust (mehr…)

kleines Biodiversitäts-Weihnachts-abo

Und wie in der Rundmail schon geschrieben: Vorschlag für Weihnachten: einen Karton Biodiversität oder ein Kleines Abo als Geschenk
Nun kommt die Zeit, in der es viel um Geschenke geht. Neben Zweifeln an Sinn und Zweck von Geschenken und Kritik am Konsum-Terror, sehe ich aber den Punkt, dass es nicht für alle eine Option ist, sich dem zu verweigern.
Aber was dann tun? Gibt es Geschenke die sinnig sind? Die Spaß machen? Plastikfrei/-arm sind? Und nicht der 27. fair gehandelte Schal, das mega-aktuelle, gerade neu rausgekommene Buch/Doku/Roman … sind?
OK, lange Rede kurzer Sinn. Schnittstelle macht das Angebot, zu Weihnachten eine Kiste Biodiversität zu verschenken. Eine kleine Kiste, unter anderem mit 1-2 Säften, Pasta aus einer historischen Getreidesorte und ungewöhnliche, samenfeste Gemüsesorten (vielleicht weiße Karotten oder blaue Kartoffeln). Das ganze für 16€. Wer alle seine Freund*innen oder Arbeitskolleg*innen mit Biodiversität beglücken will, bekommt ab 5 Kisten (mehr…)

Pasta aus historischen Hartweizen

Teil der Biodiversitätskiste ist ja auch immer ein Begleit-text, Hier mal wieder ein Ausschnitt aus dem vom November zum Thema Hartweizen. Den gesamten Text HIER lesen.
>>> Pasta vom der Genossenschaft Iris
Bei der Zutat für Pasta sieht mensch leider nicht, was da die Diversität ausmacht. Denn der fertigen Pasta in der Küche sieht man nicht an, dass die Körner auf dem Feld z.B. schwarze Grannen haben. Auch gibt es keinen Saison-Verkauf aufgrund unterschiedlicher Erntezeiten. Das macht es schwerer für Laien, einen Sinn in der Diversität zu sehen, die jedoch wichtig ist für Resistenzen gegen Krankheiten und für die regionale Anpassung an mikroklimatische Bedingungen.
Diese Pasta ist aus der Hartweizensorte Senatore Cappelli. Diese Weizenzüchtung war bis in die 60er Jahre hinein eine der, wenn nicht sogar die beliebteste Hartweizensorte Italiens. Sie zeichnet sich nämlich durch ihren intensiven Duft und Geschmack aus. Dank des vergleichsweise hohen Eiweißgehaltes ist sie außerdem ideal zum Pasta-Machen, die Nudeln bleiben fest.
Da sie aber bis zu 1,80m hoch wird, ist sie besonders anfällig für Wind/Windbruch, was das maschinelle Ernte erschwert.
Das ist auch der Grund dafür, warum diese Weizensorte in den letzten Jahrzehnten immer weniger angebaut wurde. Im Rahmen der Globalisierung und des steigenden Kostendrucks haben sich in der Landwirtschaft, nicht nur in Italien, kurzhalmige universal einsetzbare Sorten durchgesetzt. Aber die ökologische Landwirtschaft hat auch in Italien zu einer Renaissance historischer Sorten geführt, von der besonders die schmackhafte Weizensorte Senatore Cappelli profitierte.
Der Züchter Nazareno Strampelli, der u.a. Senatore Cappelli gezüchtet hat, hat im Gegensatz zu heutigen multinationalen Lebensmittelunternehmen, die ihre Samen-Neuschöpfungen patentieren, schon damals keine einzige seine Kreuzungen unter ‚Sortenschutz‘ gestellt, sondern überließ sie den Landwirt*innen zur freien Verwendung. Saatgut als Commons oder open source, wie es früher üblich war und in vielen Teilen der Welt auch heute noch praktiziert wird.

La Via Campesinas Antwort auf die COP23

PRESSEERKLÄRUNG – Mehr bäuerliche Agrarökologie!
Bonn, 10. November 2017
la-via-campesina Kleinbauern, bäuerlich-wirtschaftende Betriebe und indigene Völker „ernähren die Welt und kühlen die Erde“. Deshalb ist die globale Bauern- und Kleinbauernbewegung La Via Campesina nach Bonn gekommen – um die Bedeutung von Kleinbäuerinnen und Bauern auf die Agenda der COP23-Klimaverhandlungen zu setzen, sowohl in den offiziellen Verhandlungen, als auch auf dem People´s Climate Summit, einem Forum sozialer Bewegungen zur Entwicklung von Alternativen zum Kapitalismus und der Klimakrise.
Laut ETC Group erzeugen Kleinbauern und indigene Völker Nahrung für 70% der Weltbevölkerung, wobei sie dabei nur 30% der natürlichen Ressourcen nutzen, die auf der Welt insgesamt für die Erzeugung von Nahrungsmitteln verwendet werden.
„Unser Boden kam niemals in Berührung mit Chemikalien. Wir haben immer unser traditionelles Saatgut verwendet, dass auch schwierigen klimatischen Verhältnissen standhält“, erklärt Michaelin Sibanda, selbst Jungbäuerin aus Zimbabwe und Mitglied des Kleinbauernforums für Ökologische Landwirtschaft Zimbabwe (ZIMSOFF). „Wir wissen: Für gesunde Nahrung und intakte Ökosysteme brauchen wir gesunde Böden.“
Die Grundlagen der Agrarökologie unterstützen den Erhalt der natürlichen Ressourcen Wasser, Boden und Saatgut. Für La Via Campesina hat Agrarökologie aber auch eine politische Komponente: „Es ist erwiesen, (mehr…)

Film zu Landgrabbing

Am Sonntag, den 29. Oktober 2017, läuft im Lichtblick-Kino*, in Berlin Prenzelberg, ab 18:30 der Film „DAS GRÜNE GOLD“
film-das-gruene-gold Ackerland – das neue grüne Gold. Weltweit wächst die kommerzielle Nachfrage nach Anbauflächen für den globalen Markt, eine der lukrativsten neuen Spielflächen ist Äthiopien. In der Hoffnung auf große Exporteinnahmen verpachtet die äthiopische Regierung Millionen Hektar Land an ausländische Investoren. Der Traum von Wohlstand hat jedoch seine dunklen Seiten: es folgen Zwangsumsiedlungen riesigen Ausmaßes, über 1 Millionen Kleinbauern verlieren ihre Lebensgrundlage, die Böden werden überfordert – die Antwort ist eine Spirale der Gewalt im Angesicht einer paradoxen Umweltzerstörung. Denn zu dieser Entwicklung tragen auch Milliarden (mehr…)