SCHNITTSTELLE http://schnittstelle.blogsport.de Vertriebskollektiv Wed, 21 Aug 2019 10:43:32 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en DU WILLST Kollektive, Kommunen, alternative Projekte und Kleinstproduzent_innen unterstützen? und leckere Produkte kaufen ? Mit uns als SCHNITTSTELLE kannst du das tun! http://schnittstelle.blogsport.de/2009/10/25/in-arbeit/ http://schnittstelle.blogsport.de/2009/10/25/in-arbeit/#comments Sun, 25 Oct 2009 15:23:57 +0000 Administrator Allgemein http://schnittstelle.blogsport.de/2009/10/25/in-arbeit/ window.document.getElementById('post-11').parentNode.className += ' adhesive_post';]]> http://schnittstelle.blogsport.de/2009/10/25/in-arbeit/feed/ Depot Mittwoch 21.August offen http://schnittstelle.blogsport.de/2019/08/21/depot-mittwoch-21-august-offen/ http://schnittstelle.blogsport.de/2019/08/21/depot-mittwoch-21-august-offen/#comments Wed, 21 Aug 2019 10:43:32 +0000 Administrator Allgemein Projekt Schnittstelle http://schnittstelle.blogsport.de/2019/08/21/depot-mittwoch-21-august-offen/ geaenderte-oeffnungszeiten Das Depot ist ja immer montags von 15 Uhr bis 19 Uhr auf geöffnet. Und dann ja manchmal Mittwochs, diese Woche dann auch mal wieder. Und zwar am 21. August gibt es auch mal wieder die Möglichkeit bei Schnittstelle einzukaufen. Da ist dann wieder von 18-20 Uhr offen.
Das Depot ist in der Urbanstr. 100 – zweiter Hinterhof – 10967 Berlin. Vorne an der Straße ist ein Schild auf dem ‚das fliegende Theater‘ steht, ich habe auch immer ein Schild in der zweiten Durchfahrt stehen und an der Tür ist auch ein grünes Schild wo Schnittstelle drauf steht.

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DirektKonsum (Part 3) http://schnittstelle.blogsport.de/2019/08/11/direktkonsum-part-2-2/ http://schnittstelle.blogsport.de/2019/08/11/direktkonsum-part-2-2/#comments Sun, 11 Aug 2019 14:05:28 +0000 Administrator Allgemein Veranstaltungen solidar-ökonomie Projekt Schnittstelle 'Lebensmittel'-Politik Produzent_innen http://schnittstelle.blogsport.de/2019/08/11/direktkonsum-part-2-2/ DirektKonsum-Dezember2018 SOLIDARISCH UND DIREKT WIRTSCHAFTEN! INFORMATION – VERKAUF – VERKOSTUNG
Hast du keine Lust mehr, mit deinem Einkauf zur Ausbeutung von Mensch und Natur beizutragen? Dann komm vorbei und erkunde den »DirektKonsum« – unseren temporären Laden für solidarischen Handel. Wir zeigen zum dritten Mal, dass anders Wirtschaften möglich ist. Und wie lecker das sein kann!
Wann → 3 Tage: von Fr. 16. August bis So. 18 August 02.12. 2019, jeweils von 12:00 bis 20:00 Uhr
Wo → »DirektKonsum«, in den Prinzessinnengarten in Kreuzberg, am Moritzplatz, 10969 Berlin (U-Bahn und BusHaltestelle Moritzplatz)
Wer → Mit den Direkthandels-Initiativen: Schnittstelle | SoliOli | SolidariTrade | SoLeKo | vio.me | FairBindung | Interbrigadas | die Backstube | Orangen-Initiative Berlin | union coop // shop collective
Was → In unserem temporären Laden findest du Lebensmittel und andere Produkte aus direktem und solidarischem Handel.
Warum → Wir wollen – anstatt Profit – die Interessen von Natur und Mensch in den Mittelpunkt stellen. In Zusammenarbeit mit den Erzeuger*innen unterstützen wir eine faire und nachhaltige Produktion. Entdecke verschiedene Alternativen direkter und gleichberechtigter Zusammenarbeit – im Gespräch mit Vertreter*innen der Initiativen. Wir freuen uns auf dich!
Unterstützt von → das kooperativ | ImWandel | NETZ für Selbstverwaltung & Kooperation Berlin-Brandenburg

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Infos zu dem Weinanbau und dem Wein aus Urupia http://schnittstelle.blogsport.de/2019/07/25/infos-zu-dem-weinbau-von-urupia/ http://schnittstelle.blogsport.de/2019/07/25/infos-zu-dem-weinbau-von-urupia/#comments Thu, 25 Jul 2019 21:02:39 +0000 Administrator Allgemein Sortiment Projekt Schnittstelle Produzent_innen http://schnittstelle.blogsport.de/2019/07/25/infos-zu-dem-weinbau-von-urupia/ Urupia bewirtschaftet seit nunmehr 23 Jahren die eigenen Weinfelder und produziert seitdem verschiedene Weine. Zunächst waren es Tafelweine; seit ca. 10 Jahren sind alle Weine IGT-zertifiziert.
Von Beginn an wurden biologische Weine hergestellt, bis 2002 von einem italienischen Bio-Verband kontrolliert. Seitdem sind sie selbstzertifiziert, wie auch mittlerweile viele andere italienische Weine. Die Selbstzertifikation schliesst eine Transparenz sowohl über die Methoden der Bewirtschaftung der Weinfelder wie auch der Weinproduktion ein.
Die Skepsis gegenüber industriellen Methoden der Weinproduktion hat Urupia dazu motiviert, zunehmend auf die auch bei Bio-Weinen erlaubten Zusätze zu verzichten, um den Geschmacksnuancen der Rebsorten mehr Geltung zu verschaffen. So werden z.B. seit mehreren Jahren keine Hefen mehr zugesetzt und auch die Schwefelung sehr niedrig gehalten (deutlich unterhalb der Bio-Normen). Das ist nur möglich auf der Basis einer noch sorglicheren Arbeit auf dem Weinfeld und der Selektion der Trauben bei der Ernte.

Aktuell bewirtschaftet Urupia 3,5 ha mit den Rebsorten Negroamaro, Malvasia Nera, Primitivo, Montepulciano und Chardonnay. Daraus werden verschiedene Rotweine, ein Rose sowie ein Weisswein gewonnen, mit einer Jahresproduktion von 13000 Flaschen.

Damit das Aroma der Weine aus Urupia gut zur Geltung kommen, wird eine Dekantierung empfohlen, ca. 1-2 Stunden vor Genuss. Partikel, die sich auf dem Boden der Flasche absetzen, sollten die Konsument*innen nicht beunruhigen. Bei einem eher naturbelassenen, schon etwas älteren Wein sind sie normal. Sie sind eher positiv zu werten, als Hinweis darauf, dass er nur wenig Zusätze enthält und beeinträchtigen den Geschmack in keiner Weise.

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bunter Mangold bei Schnittstelle? http://schnittstelle.blogsport.de/2019/07/09/bunter-mangold-bei-schnittstelle/ http://schnittstelle.blogsport.de/2019/07/09/bunter-mangold-bei-schnittstelle/#comments Tue, 09 Jul 2019 15:27:35 +0000 Administrator Allgemein Biodiversität Sortiment Projekt Schnittstelle http://schnittstelle.blogsport.de/2019/07/09/bunter-mangold-bei-schnittstelle/ ja, das ist machbar, nicht ganz planbar ;-) aber geht. Mit dem Biodiversitäts-abo gibt es einmal im Monat auch frisches über der Solidarvertrieb Schnittstelle. Das „nicht ganz planbar“ bezieht sich auf den teilweise Überraschungs-effekt den das Abo hat, du kannst es ein wenig individualisieren aber im großen und ganzen ist es eine Überraschung was da so kommt. Im Juli gab es dann z.B. buntem Mangold vom Hofkollektiv Bienenwerder; Zucchini von Ludwig aus Börnicke; Puffbohnen vom Hofkollektiv Bienenwerder; Bohnenkraut vom Hofkollektiv Bienenwerder; buntem Basilikum vom Hofkollektiv; Gurke von Ludwig aus Börnicke und Apfelsaft von der Mosterei Karmitz. Wenn menschen es ein wenig individualisiert haben gab es dann als „Variationen möglich mit“: Brot aus Roggen und Hirse vom Kollektiv Backstube gebacken oder Apfel-Mango-Saft aus der Mosterei Ketzür. Dazu gibt es dann wie immer einen Begleitzettel, den du unter abo-juli-2019-tour-1 nachlesen kannst.

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wie komlex natur manchmal ist – für eine (Agrar)-diversität http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/24/wie-komlex-natur-manchmal-ist-fuer-eine-agrar-diversitaet/ http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/24/wie-komlex-natur-manchmal-ist-fuer-eine-agrar-diversitaet/#comments Mon, 24 Jun 2019 08:41:00 +0000 Administrator Allgemein Biodiversität Fundstücke http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/24/wie-komlex-natur-manchmal-ist-fuer-eine-agrar-diversitaet/ Wie wichtig die Erhaltung von Vielfalt ist, muss leider immer noch viel zu vielen erklärt werden ;-(
Mir war bis heute auch nicht klar wie komplex es dann doch bei einigen Pflanzen ist, die auch gerne gegessen werden, z.B. die Paranuss. auf 2000m², gibt es dazu einen guten Artikel und Argumente mehr für den Erhalt von Vielfalt, Regenwald und kleinteiliger Landwirtschaft.

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Biodiverität im Abo ? http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/17/biodiveritaet-im-abo/ http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/17/biodiveritaet-im-abo/#comments Mon, 17 Jun 2019 09:58:37 +0000 Administrator Allgemein http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/17/biodiveritaet-im-abo/ Es gibt noch Plätze beim Biodiversitäts-Abo bei Schnittstelle, u.a. da es ja nun einen zweiten Liefertermin gibt, damit sind die Kapazitäten erweitert worden. Bei Interesse eine Mail an Schnittstelle(a)jpberlin.de, gerne zum selber abholen oder schon mit ungefährer Lieferadresse (Kiez wo du wohnst oder Adresse der Arbeit, wo die Kiste tagsüber abgegeben werden kann) und dann kann es im Juli/August losgehen.
Damit du weißt, was auf dich wartet, ist hier der Beilage-Zettel von der ersten Liefertour im Juni.

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Depot auch am 19 Juni offen http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/17/depot-auch-am-19-juni-offen/ http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/17/depot-auch-am-19-juni-offen/#comments Mon, 17 Jun 2019 09:39:59 +0000 Administrator Allgemein Projekt Schnittstelle http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/17/depot-auch-am-19-juni-offen/ geaenderte-oeffnungszeiten Das Depot ist ja immer montags von 15 Uhr bis 19 Uhr auf geöffnet. Und dann ja manchmal Mittwochs, diese Woche dann auch mal wieder. Und zwar am 19. Juni gibt es auch mal wieder die Möglichkeit bei Schnittstelle einzukaufen. Da ist dann wieder von 18-20 Uhr offen.
Das Depot ist in der Urbanstr. 100 – zweiter Hinterhof – 10967 Berlin. Vorne an der Straße ist ein Schild auf dem ‚das fliegende Theater‘ steht, ich habe auch immer ein Schild in der zweiten Durchfahrt stehen und an der Tür ist auch ein grünes Schild wo Schnittstelle drauf steht.

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Saatgut – So klein und doch so wichtig! http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/05/saatgut-so-klein-und-doch-so-wichtig/ http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/05/saatgut-so-klein-und-doch-so-wichtig/#comments Wed, 05 Jun 2019 08:21:17 +0000 Administrator Allgemein Videos /Film Biodiversität Fundstücke 'Lebensmittel'-Politik Ernährungssouveränität Nachrichten vom Lande http://schnittstelle.blogsport.de/2019/06/05/saatgut-so-klein-und-doch-so-wichtig/ Dieser Artikel ist von Anne Schweigler, Kampagne für Saatgut-Souveränität, geschrieben und in der Contraste erschienen. Besten Dank das er hier veröffentlicht werden kann.

Der Frühling kommt und damit die Zeit der Aussaaten und der Vorbereitungen für den Garten und die Äcker. Dafür braucht es das passende Saatgut. Seitdem vor ca. 100 Jahren die »industrielle Revolution« auch die Landwirtschaft und den Gartenbau weltweit immer mehr industrialisiert hat, wird das nötige Saatgut immer mehr von Saatgut-Konzernen, die heute vor allem Chemie-Konzerne sind, hergestellt und verkauft. Das ist für sie eine profitsichere Sache, denn ohne Saatgut können keine Lebensmittel angebaut werden und Essen brauchen wir immer.
In den letzten 100 Jahren verfolgten diese Konzerne auf drei Ebenen erfolgreich ihr Ziel, den kommerziellen Markt für Saatgut auszubauen und im Sinne ihrer Interessen zu sichern.
Die erste Ebene zielt auf eine technologische Abhängigkeit und besteht in der Entwicklung von Hybrid- Sorten, die nicht nachgebaut werden können. Hybrid-Sorten bringen im ersten Jahr eine besonders große Ernte (Hochertragssorten), aber im zweiten Jahr ist der Ertrag aus den gewonnen Samen sehr gering. Das heißt, wer Hybrid-Samen verwendet, ist gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen.
Die Entwicklung von gentechnisch verändertem Saatgut (und den aktuell diskutierten CRISPR/Cas-Sorten) zielt in die gleiche Richtung. Über die Kontrolle der technologischen Herstellung des Saatgutes und der notwendigen Zusatzmittel, wie Kunstdünger und Totalherbizide (z.B. Roundup), werden LandwirtInnen, BäuerInnen und GärtnerInnen abhängig von Saatgutherstellern und verlieren einen Teil ihrer traditionellen Autonomie.

Die zweite Ebene betrifft den juristischen Bereich. Seit vielen Jahrzehnten betreiben Saatgutkonzerne weltweit massives Lobbying, um Saatgut relevante Gesetze in ihrem Sinne durchzusetzen. Ein Einfallstor sind z.B. transnationale Handelsabkommen, über die auch sich widersetzende Länder dazu gezwungen werden, verschärfte Saatgutregelungen einzuführen. Das Patentrecht regelt z.B. die geistigen Eigentumsrechte an gentechnisch hergestellten Sorten. Samen aus der Ernte dieser Sorten gehören dementsprechend dem Patentinhaber. Will der Landwirt dieses Saatgut nutzen, muss er eine Lizenzgebühr an den Patentinhaber zahlen.
Das zweite wichtige Saatgut-Abkommen ist das Saatgutverkehrsgesetz. Dieses regelt, welche Sorten »in den Verkehr« gebracht werden dürfen – nämlich nur, wenn sie in einem Sortenkatalog registriert sind. Das internationale Abkommen dazu wird »UPOV« abgekürzt und musste von den meisten Ländern mittlerweile in einer verschärften Fassung in ihre nationale Gesetzgebung aufgenommen werden. Wie weit verschärfte UPOV Gesetze führen können, zeigte sich 2012 in Kolumbien, als die Regierung 4.000 Tonnen Saatgut bei Bauern beschlagnahmte und zerstörte. Ein 2010 neu eingeführtes »Dekret 970« verbot den Anbau und die Verbreitung aller nicht registrierten Sorten.

Die dritte Ebene zielt auf die komplette Verdrängung von Alternativen zum industriellen Saatgut durch pure Marktdominanz. Das ging beispielsweise in Indien so weit, dass es zeitweise in manchen Regionen ausschließlich gentechnisch manipuliertes Baumwoll-Saatgut zu kaufen gab, da alle lokalen Saatguthändler aufgekauft oder in den Ruin getrieben worden waren. Und samenfestes (zum Nachbau geeignetes) Gemüsesaatgut ist in vielen Regionen der Welt schon länger sehr schwer zu bekommen. Diese Verdrängung traditioneller, regionaler, bäuerlicher Sorten fand in den letzten 100 Jahren kontinuierlich statt. Die massive Werbung für die sogenannte »Grüne Revolution«, für das Modell der industriellen Landwirtschaft und die politische Unterstützung dafür, hat diesen Prozess stark beschleunigt. Neben großen ökologischen Schäden, dem Verlust von biologischer Vielfalt und der Konzentration des Saatgutmarktes in den Händen weniger Großkonzerne hat diese Entwicklung auch zum Verlust von Wissen geführt. Nur noch wenige Menschen wissen, wie man Saatgut aus der eigenen Ernte gewinnt.

Anpassungsfähiges Saatgut
Jahreszeiten verschieben sich, Wetterperioden werden extremer und immer weniger vohersehbar.
Weltweit stellt das Landwirte, BäuerInnen und GärtnerInnen vor große Herausforderungen. Sie müssen ihren Anbau auf die sich ändernden klimatischen Bedingungen einzustellen. Und dafür brauchen sie anpassungsfähiges Saatgut.
Die in den Sortenkatalogen registrierten Sorten sind allerdings, per Definition, nicht anpassungsfähig. Die Zulassungskriterien für den Sortenkatalog sind nämlich: Unterscheidbarkeit (Distinctness), Homogenität (Uniformity) und Stabilität (Stability) (= »DUS«-Kriterien).

Die »DUS«-Kriterien orientieren sich an den Sortenvorstellungen und Neuzüchtungen der Industrie. Ihre Einführung bzw. die des Sortenkataloges führte im Jahr 1934 in Deutschland beispielsweise zum Verschwinden von 72 Prozent der damals erhältlichen Sorten, da die traditionellen, regionalen Sorten die DUS-Kriterien in der Regel nicht erfüllen. Sie zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie eine genetische Varianz innerhalb der Sorten aufweisen und deshalb nicht stabil über die Generationen hinweg sind. Diese Eigenschaften machen diese Sorten anpassungsfähig an sich ändernde regionale und klimatische Bedingungen. Das heißt, sie sind damit die zentrale Ausgangsbasis für zukünftige Züchtung und damit für den Klimawandel.

Die Wahl des Saatgutes bestimmt zu einem großen Teil, welche Form von Anbau und Landwirtschaft möglich ist. Die industrielle Landwirtschaft setzt auf großflächigen Monokulturanbau und braucht einen großen Input an Kunstdünger, Pestiziden und Erdöl für einen hohen Einsatz an Landmaschinen. Eine »angepasste Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels« müsste vielmehr mit einer Diversifizierung der Landwirtschaft auf den Klimawandel reagieren. Mit mehreren Kulturen und mehreren Sorten gleichzeitig im Anbau erhöht sich die Chance, dass auch bei unvorhersehbarem Klima wenigstens die eine oder die andere Kultur eine Ernte bringt.

Die industrielle Landwirtschaft ist bekanntermaßen mitverantwortlich für den Klimawandel. Auch deshalb bräuchte es dringend ein Umdenken, was die weitere Entwicklung in diesem Bereich angeht. Daran ändern auch nichts die Beteuerungen der Saatgutindustrie, die versucht »klima-smarte«, z.B. dürre-resistente Sorten, zu entwickeln. Sie versuchen ihre neu entwickelten Sorten als Erfolg zu präsentieren, Aber fest steht, dass diese Sorten immer der oben beschriebenen Logik entsprechen: die technische Kontrolle über das Saatgut liegt in den Laboren und das Saatgut und seine Reproduktionskapazität gehören dem Konzern.

Vom Protest zum Lehrfilm
Die Entwicklungen in den letzten 100 Jahren in der Landwirtschaft gingen (und gehen) natürlich nicht ohne Proteste und Kämpfe vonstatten. Bäuerliche Organisationen wehren sich an vielen Orten gegen die Verdrängung durch großflächige Monokulturen mit industriellem Saatgut und starkem Pestizideinsatz. Breite Bündnisse kämpfen in vielen Ländern gegen den Anbau von gentechnisch manipulierten Pflanzen. Und auch gegen die immer wiederkehrenden Versuche, international oder national Saatgutgesetze zu verschärfen, gibt es bis heute vielfältige Proteste.

Für Ernährungs-Souveränität
Gleichzeitig versuchen viele Menschen überall auf der Welt, Alternativen zur industriellen Landwirtschaft und zu industriellem Saatgut zu entwickeln und anzubauen. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten einerseits Organisationen kritischer BäuerInnen (z.B. La Via Campesina), andererseits Erhaltungsinitiativen (wie z.B. Dreschflegel), die schon seit längerem regionales Saatgut und alte Sorten sammeln und erhalten. Solche Initiativen gibt es in vielen Ländern. Häufig arbeiten sie in großen Netzwerken und versuchen so eine möglichst große Anzahl verschiedener Sorten im Feld zu erhalten und zu vermehren.
Eine schöne Möglichkeit, diese Vielfalt an Sorten unter die Leute zu bringen, sind Saatgut-Tauschbörsen. Bei solchen Veranstaltung wird die wichtige Bedeutung von Saatgut deutlich und es kann an die Tradition des Austauschs von Saatgut und Wissen (Welche Sorte hat welche Eigenschaften, braucht welchen Boden usw.) angeknüpft werden.
Vor zehn Jahren in Deutschland kaum bekannt, finden mittlerweile zahlreiche solcher Veranstaltungen im ganzen Land statt.

Longo mai, ein europäisches Netzwerk mehrerer landwirtschaftlicher Kooperativen, baut in seinen Gärten und auf seinen Äckern weitestgehend selbstproduziertes Saatgut an. Im Zusammenhang mit der europaweiten »Kampagne für Saatgut-Souveränität« organisierten die einzelnen Longo mai- Kooperativen in ihren Regionen Saatgut-Tauschbörsen. Schnell wurde dabei der Mangel an Wissen und das wachsende Interesse an »Wie kann ich selbst Saatgut machen?« deutlich.
Einige Menschen in Longo mai begannen darüber nachzudenken, wie dieses Wissen möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden könnte. In Deutschland und Frankreich stellt der Zugang zu Saatgut in der Regel kein existenzielles Problem dar, aber bereits in Ländern wie Spanien oder Griechenland kann Autonomie in der Saatgutproduktion durchaus zur Existenzsicherung beitragen. So entstand die Idee für einen Saatgut-Lehrfilm.
Mit Hilfe eines großen UnterstützerInnenkreises konnte die Produktion eines solchen Lehrfilms angegangen werden. Und nach drei Jahren Filmen, Schneiden und Bearbeiten war der Lehrfilm »Saatgut ist Allgemeingut« 2015 schließlich fertig. Darin wird die Samengärtnerei von 32 Gemüsesorten Schritt für Schritt in kleinen Film-Modulen erklärt.
Die erste Ausgabe war auf Französisch, Englisch und Deutsch. Mittlerweile gibt es eine zweite Ausgabe in den Sprachen Spanisch und Portugiesisch. Ein arabische Version ist wird gerade produziert. (Mehr Infos & Bestellen: seedfilm.org)

Zum Abschluss zwei Zitate von der Web-Seite des Films, die die Motivation der Filmemacherinnen verdeutlichen:
„Eigenes Saatgut gewinnen, ist ein erster Schritt in Richtung Ernährungsautonomie und ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt. Es ist ein Schatz, der unbegrenzt ausgetauscht und geteilt werden kann, eine unversiegbare Quelle von Freude und Genuss.“

„Lebewesen reproduzieren und vermehren sich unentgeltlich. Die Gesetze des Lebens widersprechen also den Gesetzen des Profits. Jeder Organismus ist einzigartig. Industrielle Prozesse basieren aber auf Vereinheitlichung. Leben verstößt daher gegen die Logik des industriellen Kapitalismus.“

Zum Weiterlesen:
Seed Stories“, ein Comic von der KleinbäuerInnen Organisation Via Campesina:
www.saatgutkampagne.org
www.agrarkoordination.de AK Biopoli Heft „Vielfalt ernährt die Welt

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„Zeit für Utopien“ Film & Diskussion http://schnittstelle.blogsport.de/2019/05/29/zeit-fuer-utopien-film-diskussion/ http://schnittstelle.blogsport.de/2019/05/29/zeit-fuer-utopien-film-diskussion/#comments Wed, 29 May 2019 15:18:51 +0000 Administrator Allgemein Videos /Film Veranstaltungen solidar-ökonomie Fundstücke http://schnittstelle.blogsport.de/2019/05/29/zeit-fuer-utopien-film-diskussion/ zeit-fuer-utopien-film Am Sa., 1.6.19 um 20 Uhr lädt Fairbindung zu einem Filmabend in das| RegenbogenKino.
Zum Aktionstag „Gutes Leben für alle – Global Degrowth Day“ am 1. Juni zeigen wir den Film „Zeit für Utopien“.
Im Anschluss kommen wir mit einer Protagonistin aus dem Film ins Gespräch.
Der Eintritt kostet nach eigenem Ermessen 4-6 €.
Wir freuen uns auf Euren Besuch.

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